Sommer, Sonne, Mittelmeer – perfekt für einen unvergesslichen Urlaub. Bereits im vergangenen Jahr 2025 waren meine Freundin Carmen und ich tief im Süden Europas, nämlich auf der kleinen Balearen-Insel Formentera. Diesmal haben wir uns dafür entschieden, die landschaftlich beeindruckende Insel Korsika anzusteuern. Und zwar nicht per Flugzeug, sondern mit dem eigenen Auto! Warum? Ganz einfach: Wir sind Strandtouristen und wollen keine tagelangen Wanderungen quer durchs Inselinnere unternehmen. Aber um sinnvoll von A nach B zu gelangen, braucht man ein motorisiertes Fahrzeug, und die Mietwagenpreise vor Ort sind astronomisch...

Komm mit auf unseren abenteuerlichen Roadtrip und genieße die Schweizer Alpen, die wilde Schönheit der Toskana sowie die malerischen Traumstrände an der Costa Verde!

Freitag, 03.07.2026

Erste Etappe: DresdenBodenseeConcorezzo (bei Mailand)
🌤️ Morgens 16° C, abends 31° C

Jede lange Reise beginnt mit einem unsanften Weckerklingeln. Heute ist es um 06:45 Uhr so weit, insofern kein großer Unterschied zu einem normalen Arbeitstag. Nach einem minimalistischen Frühstück tragen Carmen und ich unsere sieben Sachen zum Fahrstuhl und laden alles ins Auto: Drei Koffer, eine große Reisetasche, Rucksack, Strandschirme, Wechselschuhe für alle Gelegenheiten, Kühltasche, Proviantbeutel… Ganz schön viel für zwei Personen – aber wozu hat man einen großen Kombi. 😉

Die ersten Stunden fährt es sich total entspannt. Kein Stau, keine Fehlermeldungen vom Auto (der TÜV ist zum Glück erst drei Wochen her). Erst an der Anschlussstelle (A6 → A7) verpassen wir unsere Abfahrt und müssen ein Stück zurück fahren. Unterwegs machen wir zwei Toilettenpausen. Es ist wirklich erstaunlich, wie schlecht die Hygiene an deutschen Raststätten ist. Einmal wurde direkt neben das WC auf den Boden gekotzt, ein andermal gibt es kein Toilettenpapier. Von Seife oder gar Desinfektionsmittel ganz zu schweigen. 🤢🤮

Fun Fact

Nachdem ich die „Toilette“ bei Heidenheim überstanden habe, liegen draußen auf einem Tisch drei herrenlose DVDs – auf den Covern Pornotitel und halbnackte Damen 👻🙈

Ich frage mich, ob es wirklich Leute gibt, die so was mitnehmen und in ihr Laufwerk stecken – eine bessere Methode, seinen Computer zu infizieren, gibt’s wohl kaum.

Gegen 15 Uhr erreichen wir unseren Zwischenstopp Bregenz am Bodensee. Diese kleine Stadt gehört zu Österreich und wird durch eine Zugstrecke unter anderem mit Lindau in Deutschland verbunden. Da ich meines Zeichens Eisenbahn-Fan bin, erkenne ich direkt einen charakteristischen ÖBB-Zug aus Train Sim World wieder. 🤓

Wir stellen unser Auto im Parkhaus ab und spazieren zur hübschen Promenade am Bodensee. Dort befindet sich der „Platz der Menschenrechte“, gekennzeichnet durch ein Schild an einer Laterne. Carmen und ich gesellen uns zu den anderen Besuchern an den Steinstufen, welche direkt in den Bodensee führen. In der Ferne schwebt ein Zeppelin übers glitzernde Wasser, Enten schwimmen umher und wir lassen unsere Füße im kühlen Nass baumeln.

Nach einer gemütlichen Viertelstunde schlendern wir entlang eines Blumenbeets zum Cafe Die Welle und bestellen uns einen Mangosaft und einen gemischten Eisbecher. Genau das richtige nach über sechs Stunden Autofahrt bei 26 Grad im Schatten! Es macht Spaß, den Österreichern am Nachbartisch zu lauschen, die sich in breiter Mundart unterhalten 😅

Plötzlich zeigt die Uhr bereits halb fünf und es wird Zeit aufzubrechen. Immerhin müssen wir noch die Schweizer Alpen durchqueren! Also entrichten wir 4,40 € Parkgebühren und fahren auf das kurze Stück mautfreie österreichische Autobahn. Falls du selbst mal dort bist: Vergiss nicht, spätestens in Hohenems abzufahren, sonst droht eine hohe Strafe! Wir rollen ohne Passkontrolle über die Schweizer Landesgrenze in den Ort Diepoldsau und weiter auf der A13 in Richtung Chur.

Das Panorama ist atemberaubend: Riesige Berggipfel erstrecken sich zu beiden Seiten, während wir durch endlose Täler dahin gleiten. Das kleine Fürstentum Liechtenstein lassen wir im Wortsinne „links liegen“ – es befindet sich auf der anderen Seite des Rheins, der hier äußerst schmal ist. Dennoch bin ich beeindruckt, wie lang das kleine Land sich erstreckt und wie viele Einwohner gerade auf der selben Autobahn unterwegs sind wie wir (gut erkennbar an den schwarzen Kennzeichen mit dem Kürzel FL).

Nachdem Chur hinter uns liegt, beginnt der große Anstieg in die Hochalpen. Serpentinen und kurze Tunnel bestimmen unseren Weg, bis wir nach einer knappen Stunde den San-Bernardino-Tunnel erreichen. Aus Zeitgründen und weil ich Kurvenfahrten anstrengend finde, vermeiden wir die Passstraße und rollen stattdessen mehrere Minuten lang durch eine fast schnurgerade Röhre. Als wir auf der anderen Seite sind, zeigt das Thermometer nur noch 19 Grad. Dafür überwältigt uns der Anblick von malerischen Wasserfällen, Geröllblöcken und Steilfelsen, während wir bei acht Prozent Gefälle die Motorbremse arbeiten lassen.

Not So Fun Fact:

Unvermittelt erhält Carmen eine SMS, dass das Tariflimit für Datenroaming aufgebraucht sei. Bitte? Über sechzig Euro 😱🤯!! Und ich dachte, die Schweiz sei Mitglied des Europäischen Wirtschaftsraumes… Ein sehr teurer Irrtum.

Wie lang die Schweiz sich in Richtung Süden zieht, wird uns bewusst, als immer mehr Schilder auf Italienisch zu sehen sind, aber kein Grenzübergang. Das liegt an der geografischen Nähe zum Nachbarland, außerdem spricht die Bevölkerung in dieser Region überwiegend Italienisch. Erst hinter Lugano staut es sich zunehmend und direkt nachdem wir am Zoll vorbei sind, erinnern das Straßenpflaster und der Fahrstil der Autos und Motorräder augenblicklich daran, dass man sich auf italienischem Gebiet befindet.

Die Abenddämmerung setzt bereits ein, als wir kurz vor Mailand in Richtung Osten abbiegen und um Punkt 21 Uhr auf dem Hotelparkplatz in Concorezzo ankommen (wo noch genau ein Stellplatz übrig ist 😅). Der Check-In beim Euro Hotel Residence verläuft freundlich auf Englisch. Wir stellen fix unsere Koffer ab (das meiste bleibt für die eine Nacht ohnehin im Auto) und gehen dann ins direkt benachbarte Restaurant Argentèe, wo wir uns Nudeln mit Bolognese sowie Grillgemüse bestellen (mit italienischen Speisekarten – dank Google Lens und Translator kein Problem) 😋.

Nach der Hitzewelle in der vergangenen Woche sitzt es sich bei knapp dreißig Grad sehr angenehm. Trotzdem sind wir recht froh, dass in unserem Hotelzimmer eine Klimaanlage auf uns wartet. Kurz vor halb zwölf endet somit unsere erste Etappe.

Samstag, 04.07.26

Zweite Etappe: ConcorezzoPiombinoBastia
☀️ 34° C in der Toskana, 30° C auf Korsika

Voller Adrenalin von gestern erwachen wir bereits um halb acht und dösen vor uns hin, bis wir zum Frühstück gehen. Es gibt drei Sorten Cornflakes, fluffiges Toastbrot (leider ohne Toaster) und kleine Baguette-Stücken, eine überschaubare Auswahl an Wurst und Käse, Äpfel sowie einige kleine Kuchen. Bei den Säften wurde am Zucker nicht gespart und die Kaffeemaschine ist außer Betrieb.

Gut gestärkt checken wir kurz nach halb elf aus und lassen die Klimaanlage im Auto auf Hochtouren arbeiten (Anmerkung Carmen: wenigstens eine, die arbeitet 😅). Heute fahren wir gute vier Stunden auf italienischen Autobahnen – das bedeutet, die Stoßdämpfer müssen einiges ertragen, denn breite Dehnungsfugen sind omnipräsent, sodass es ordentlich scheppert.

Es bedeutet auch, drei verschiedene Mautsysteme kennenzulernen: Einmal hält man seine Karte ans Lesegerät und bezahlt einen Fixpreis. Dann zieht man ein Ticket und bezahlt die gefahrene Strecke – in unserem Fall fast vierzig Euro von der Lombardei bis zur Toskana! Und schließlich gibt’s noch die „Geheimautobahn“, auf der man gar nicht merkt, dass man sie befährt (siehe Infokasten).

Von Geisterkosten und gelben Spuren

Eine KI hat mir verraten, dass ich mich auf pedemontana.com anmelden und mein Kennzeichen eingeben muss. Grund dafür ist ein kurzer Autobahn-Abschnitt bei Lomazzo, für den insgeheim 1,80 € fällig werden. Hätte ich das nicht gewusst, wären mir in ein paar Monaten wohl um die dreißig bis sechzig Euro berechnet worden 😳🤯…

Und ganz wichtig: Fahre niemals auf den gelb markierten Spuren zur Mautstelle heran! Die sind nur für Fahrzeuge mit speziellen Mautgeräten geeignet – und Rückwärtsfahren ist mehrere tausend Euro teurer. La dolce vita?? 😬

Etwa eine Stunde nach der Abfahrt erreichen wir den Apennin und überqueren in engen Kurven den Cisa-Pass. Die Temperatur klettert fröhlich auf vierunddreißig Grad und da wir Richtung Süden unterwegs sind, lacht die Sonne uns direkt an 🥵… Dafür ist der Anblick wildbewachsener Hänge und malerischer Schluchten einfach Gold wert. Und als unsere Blasen drücken, machen wir Halt an einem Parkplatz mit niedlichen steinernen Pavillons und sauberen Toiletten mit Klopapier und Seife. Nimm das, Deutschland 🫣…

Spätestens als wir die Toskana erreichen, zieht sich die restliche Fahrt zäh wie Kaugummi. Mittlerweile durchqueren wir wieder das Flachland und die Apuanischen Alpen zu unserer Linken erheben sich zwar beeindruckend, sind aber auf Dauer etwas eintönig. So freuen wir uns, als wir gegen halb vier durch den kleinen Ort Piombino bis zum Hafen rollen – der auf Google Maps falsch ausgeschildert ist (Achtung Sackgasse).

Glücklicherweise werden wir nach der Ticketkontrolle auf einen vorderen Warteplatz geschickt. Dort verzehren wir den restlichen verderblichen Proviant und gerade, als es uns zu heiß wird (im Hafen muss der Motor – und damit auch die Klimaanlage – abgestellt werden), beginnt das Boarding. Eng an eng parken Autos und Wohnmobile im Bauch der Mega Serena von Corsica Ferries. Wir haben zwei Beutel mit Wasser, Pullis und etwas zu lesen vorbereitet, der Rest bleibt während der Fahrt im Unterdeck.

Die große Fähre ist gut gebucht, aber nicht überfüllt. Wir erobern unsere vorab gebuchten Liegesessel (der Raum ist sehr kühl, deshalb die Pullover) und schauen zu, wie das Schiff den Hafen gemächlich verlässt. Die Insel Elba kommt schnell näher und präsentiert sich mit spärlich bebauten Buchten (so sieht es jedenfalls aus der Ferne aus).

Als wir auf das Außendeck wechseln, pfeift uns ein warmer Wind um die Ohren. Am Horizont erkennt man bereits die Konturen von Korsika im Dunst. Die verbleibenden zwei Stunden fühlen sich wie in Zeitlupe an, denn die Insel kommt nur sehr langsam näher…

Schließlich ist es kurz vor acht und die Fähre dreht langsam in den Hafen von Bastia ein. Nun bietet sich für das Auge ein herrlicher Anblick: Die Sonne versinkt hinter den hohen Bergen und die historischen Häuser von Bastia fügen sich idyllisch in die schroffe Landschaft. Kein Wunder, dass es an Deck immer voller wird – alle wollen Videos und Selfies machen 👻.

Bereits eine halbe Stunde vor der geplanten Ankunft sind wir am Ziel. Unser Hotel Riviera befindet sich nur wenige hundert Meter vom Hafen entfernt. Kaum zu glauben, aber dort ist tatsächlich noch genau ein Parkplatz frei 😍! Wie vermutet, wird an der Rezeption nur französisch gesprochen und wir bekommen ein paar Tipps, was man sich in der Nähe anschauen kann. Das sollte man auch tun, denn das Hotel ist zwar perfekt gelegen, aber sehr spartanisch (winziger Aufzug, enges Bad, kalter Luftzug aus der Klimaanlage).

So machen wir uns trotz Müdigkeit nochmal auf den Weg und verlaufen uns direkt – statt am historischen Marktplatz landen wir wieder am Fährhafen, wo es weit und breit keine einladenden Restaurants gibt. Dafür entdecken wir zehn Minuten später das Café Napoléon, direkt am Place Saint Nicolas gelegen. Auch hier spricht man nur französisch, aber die junge Kellnerin meint, ich hätte sehr gute Sprachkenntnisse 🫠. Sie empfiehlt uns einen Weißwein, der fruchtig, aber auch leicht säuerlich schmeckt. So sitzen wir bei tropischer Wärme im Freien und schauen auf die bunt leuchtende Umgebung inklusive Kinderkarussell.

Sonntag, 05.07.26

Endspurt: BastiaPoggio-Mezzana
☀️ 31° C, hohe Luftfeuchtigkeit am Wasser

Es ist noch dunkel draußen, als ich erwache und merke, dass ich friere. Die Klimaanlage pustet ihre kalte Luft direkt auf das dünne Laken, welches uns als Decke dient. Kurzerhand schalte ich sie aus, denn lange Sachen habe ich für diesen Sommerurlaub nicht dabei.

Um halb zehn klingelt der Wecker und reißt uns unsanft aus dem Schlaf (der uns nach dem nächtlichen Kältetrip wieder packte). Da wir noch keinen Hunger haben – und kaum noch Lebensmittel – dösen wir bis zum zehn weiter, bis es an der Zeit ist, unsere Sachen zu packen. Die Autofahrt von Bastia bis Poggio-Mezzana dauert eine knappe Dreiviertelstunde und führt entlang der flachen Ostküste. Der Straßenbelag ist wesentlich besser als in Norditalien, aber mit ihrem rasanten Fahrstil stehen die Korsen ihrem Nachbarland in nichts nach.

Gerade als ich mich an die wunderschöne Berglandschaft zu unserer Rechten gewöhne, führt uns das Navi auf eine schmale Seitenstraße und direkt durch den Garten des Drei-Sterne-Hotels Levolle Marine, wo ein Gästeparkplatz neben der Rezeption wartet.

Die beiden Frauen am Empfang sprechen erwartungsgemäß sehr gut französisch und sonst nichts 😅. Die ältere von beiden bittet uns, ihr mit dem Auto zu folgen – unser Ferienhaus befindet sich mitten im mediterranen Garten.

Das kleine Doppelhaus befindet sich mitten unter schattenspendenden Bäumen. Wir werden instruiert, wie die hölzerne Eingangstür sich auf- und abschließen lässt. Dann gibt es eine kurze, eigentlich überflüssige Erläuterung zu den Zimmern. Da die Gesamtfläche weniger als dreißig Quadratmeter beträgt, finden wir uns schnell zurecht. Die breite Küchenzeile verfügt über einen großen Kühlschrank mit Gefrierfach, Mikrowelle, Gasherd und Ofen. Es wurde nicht zu viel versprochen: Etliche Teller und Tassen, Gläser, Besteck und Obst- bzw. Brotmesser laden zur Selbstversorgung ein. Das hat zwei praktische Vorteile: Zum einen ist es günstiger als jeden Tag essen zu gehen, zum anderen können wir völlig flexibel unsere Tagesabläufe gestalten.

Das Bad ist ziemlich klein und die Handtuch- bzw. Klopapier-Halterungen sind deutlich in die Jahre gekommen. Der Duschvorhang ist so dunkel, dass man drinnen fast nichts sieht 🫣… Auch im Schlafzimmer besteht der Schrank aus zwei rustikalen Schiebetüren und einem recht kurzen Bett, in das ich gerade so der Länge nach rein passe.

Auf der Habenseite stehen ein gemütliches Wohnzimmer mit Korbsofa und Sessel, eine kleine Theke mit Barhockern sowie eine Terrasse mit eigenem Grill, Esstisch und Stühlen. Leider krabbeln dort auch sehr viele Ameisen – und die sind am Mittelmeer deutlich größer als in Deutschland 🐜… Eine Flasche Insektenspray steht praktischerweise schon bereit.

Langsam bekommen wir Hunger und verspeisen unsere letzten Obst- und Brotreste mit Pesto. Danach packen wir die vielen Koffer und Taschen aus, schmieren uns mit Sonnencreme ein und laufen quer durch den duftenden Garten zum Haupthaus. Dort stehen einladende Sitzmöbel im Innen- und Außenbereich; an den Wänden hängt maritime Deko und auf den Holzablagen reihen sich bemalte Vasen und Krüge.

Draußen stehen gemütliche Rattanmöbel mit Sitzpolstern, flankiert von einladenden hellen Baumstämmen. Wir setzen uns auf eine naturbelassene Hollywoodschaukel und genießen den Ausblick direkt übers Mittelmeer 🤩⛱️. Eine kleine Holztreppe führt hinab zum Sandstrand, an der linken Seite befindet sich eine unscheinbare Dusche – perfekt, um nach dem Baden direkt noch in den Pool zu springen.

Das Wasser ist richtig warm und erinnert sofort an Formentera vor einem Jahr. Nur die ersten paar Meter geht man über piksende Steine, danach ist der Sandboden fein. Es wird jedoch relativ schnell tief. Einige Touristen haben am Strand ihre Schirme aufgebaut, so wie wir. Andere versuchen sich im Standup-Paddling oder planschen mit ihren Kindern am Ufer. In der Ferne sieht man die unbewohnte Insel Montecristo, berühmt geworden durch den Abenteuerroman von Alexandre Dumas.

Nah …
… und …
… fern

Nach einer kurzen Abkühlung machen wir es uns im Schatten bequem und lesen. Bei meinem Handy funktioniert plötzlich das mobile Internet wieder, nachdem seit gestern Abend keine Nachricht mehr durchgedrungen ist. So suche ich nach einem kleinen Supermarkt in der Nähe und schreibe eine Einkaufsliste für die nächsten Tage.

Anschließend fahren wir fünf Minuten mit dem Auto und inspizieren das Angebot des kleinen Vival Poggio Mezzana: Es gibt eine übersichtliche Auswahl an Essen und Trinken, wobei man den Inselaufpreis vor allem bei Wurst und Käse bemerkt. Ein typisch korsischer Weißwein der Marke Casanova darf natürlich nicht fehlen.

Fast 1.400 Kilometer an zwei Tagen gefahren!

Voll bepackt mit tollen Sachen, die den Urlaub lecker machen 🎶 kehren wir zurück ins Ferienhaus und bereiten eine kleine Brotzeit zu. Eigentlich wollen wir draußen auf der Terrasse essen, aber die Moskitos beginnen uns zu zerstechen und es ist schwül. So ziehen wir doch ins Wohnzimmer um und lassen es uns schmecken. Danach sind wir groggy, sodass es uns direkt ins Bett verschlägt.

Montag, 06.07.26

Strandtag
🌤️ 30° C

Jetzt, wo wir so richtig am Ziel angekommen sind, haben wir es uns verdient, lange auszuschlafen, und das tun wir auch. Zu fortgeschrittener Morgenstunde frühstücken wir drinnen, während die Klimaanlage uns kühlt.

Für uns bedeutet der Urlaubsmodus traditionell auch: Chillen, chillen, chillen 😎. Zwischendurch spielen wir ein paar Runden Würfel-WG, bis es schließlich Zeit wird, doch mal an den Strand zu gehen. Also ziehen wir unsere Badesachen an und begeben uns ins seichte Mittelmeer. Den hohen Salzgehalt merken wir ziemlich schnell, sobald wir etwas Wasser in den Mund bekommen.

Nach fünfzehn Minuten Erfrischung duschen wir uns ab und betreten durch eine unscheinbare Holztür den Poolbereich. Im Pool ist es ein paar Grad kühler als im Meer, deshalb nehmen wir lieber schnell zwei Liegen in Besitz, sonnen uns und lesen. Am späten Nachmittag scheint die Sonne jedoch noch recht intensiv, sodass wir bald in den Schatten umziehen und auf Rattan-Sesseln die Umgebung inspizieren.

Heute wollen wir uns ein leckeres Abendessen mit Strandromantik gönnen. Wir ziehen uns schicke Sachen an und laufen zu Fuß bis zum Restaurant La Vallicella. Unser Tisch bietet eine perfekte Aussicht auf das bergige Hinterland von Poggio-Mezzana, wo die Sonne bereits verschwindet.

Mein Hauptgang besteht aus einem leckeren Entrecôte mit Arancini (ein frittierter gefüllter Reisball) und Thymian, während Carmen einen Tomaten-Burrata-Salat genießt. Zum krönenden Abschluss gibt’s noch ein Stück Käsekuchen mit Karamelldecke 😋

Als wir aufgegessen haben, umgibt uns eine wunderbare idyllische Kulisse am schimmernden Meer. Es ist sehr mild draußen und sternenklar. Wir unternehmen einen kurzen Spaziergang und schlendern mit den Füßen durchs Wasser…

Dienstag, 07.07.26

  • Frühstück auf der Terrasse im Schatten
  • Kurz nach 13 Uhr zur Strandterrasse, Stühle belegt (wenig los im Hotel), ab ins warme Wasser
  • Einzelne Quellwolken hängen in den Bergen und verhüllen die Bergspitzen
  • Eisbecher mit Birne gegessen, gelesen, Bootsfahrt recherchiert (wenig Angebot im Osten Korsikas)
  • Chips aus dem Ferienhaus geholt, dann Kartenspiel „Darf ich dich das fragen?“
  • zweite Runde durchs Meer, Sandbank gefunden, an der Küste lang
  • gegen 19 Uhr meldet sich der Hunger: Tiefkühlpizza im Ofen gemacht, dazu etwas Obst und Gemüse
  • Cafe International ausprobiert, aber von komplizierten Regeln abgeschreckt

Mittwoch, 08.07.26

  • Lange ausgeschlafen, kurz nach eins zum Strand Moriani Plage gefahren (nur fünf Minuten südlich von unserer Unterkunft)
  • im Vergleich zu Formentera kann man auf Korsika auch am frühen Nachmittag am Strand sein, ohne zu verbrennen
  • Jetski gemietet für 15 min (zum Ausprobieren): waten durchs hüfthohe Wasser, steigen auf das Schnellboot und folgen einem Guide ins tiefere Wasser; von dort jeweils vier gelbe Bojen nach links und rechts erlaubt (ca. 200 Meter)
  • Hebel am rechten Griff für Beschleunigung, extrem sensibel (sobald man los lässt steht das Boot fast augenblicklich)
  • Carmen düst zuerst übers Wasser, der Fahrwind weht uns um die Ohren und der Jetski knallt über die Wellen (maximale Geschwindigkeit: 52 km/h)
  • einige andere Cruiser in der Umgebung, cooler Ausblick vom Meer über die Bergkette von Korsika
  • nach zwei Runden tauschen wir die Plätze, doch nachdem ich kräftig Gas gebe, werden wir vom Guide herüber gewunken: die Zeit ist um, wir müssen zurück
  • Fun Fact: Als wir von der Fahrt zurück kommen, sind Carmens Schuhe weg. Den ersten finden wir mit Sand gefüllt. Ich frage ein paar Jugendliche, die dort sitzen, ob sie den anderen Schuh gesehen hätten – sie verneinen. Kurz darauf finden wir direkt bei ihren Füßen den zweiten Schuh verbuddelt im Sand. Ein Schelm, wer Böses denkt…
  • Stranddecke und Schirme aus dem Auto geholt, einige Meter zu Fuß bis zu einer geschützten Stelle neben einer warmen Steinmauer und großer Platane
  • leider einige Ameisen, die auf unsere Decke krabbeln
  • Baden im flachen Wasser: merkwürdige Strömungen, direkt an der Oberfläche super warm und danach an Bauch und Füßen immer wieder kühl
  • kleine Fische schwimmen schnell an uns vorbei, während wir entlang der Küste schwimmen
  • Sand unangenehm heiß an den Füßen, wir flüchten uns auf die Decke und lesen (spannendes Buch: „Blaues Gold“ von Uwe Laub, hat einen ähnlichen Charme wie Frank Schätzings „Der Schwarm“)
  • es ist schon früh am Abend, als wir unsere Sachen zusammen packen und zurück fahren; die Dusche tut richtig gut, denn der Sand klebt an der Haut
  • Einkaufsliste erstellt und zum E.Leclerc Folelli gefahren, um unsere Vorräte bis zum Ende des Urlaubs aufzustocken (außerdem finde ich ein Korsika-T-Shirt und Carmen einen Volleyball für den Strand)
  • mit voller Klappkiste und um hundert Euro ärmer ins Haus, dann zu Fuß zehn Minuten bis zum La Caravella direkt am Strand mit Live-Musik: korsische Klassiker, vielleicht etwas laut gedreht
  • Entenbrust medium ist noch ziemlich rot innen 🤔
  • langen Strandspaziergang gemacht und in den Sternenhimmel geschaut (romantisch oder nicht, es fliegen echt viele Satelliten hell durch die Nacht)

Donnerstag, 08.07.26

  • Früh aufgewacht, weil die Klimaanlage verstellt war (auf „dry“ statt „cool“, ich bin durchgeschwitzt)
  • da ich ohnehin schon wach bin, gehe ich zum Strand und beobachte den Sonnenaufgang um 05:52 Uhr: zwei graue Wolkenbänder direkt übereinander am Horizont, dazwischen zieht ein glühend roter Ballon herauf
  • weiter geschlafen bis um elf, dann aufgestanden und später zum Strand
  • nach dem Schwimmen aus Spaß eine Kleckerburg am Strand gebaut: Brücke stürzt sofort ein, aber Tunnel hält ein wenig; außerdem unsere Initialen mit Steinen in den Sand gelegt (und kein Foto gemacht, weil ohne Handy 😓)
  • abgeduscht und an den Pool gesetzt: Sonne ist immer noch total heiß, sodass wir trotz neuem Eincremen in den Schatten umziehen müssen
  • stellen uns ein paar Fragen vom Spiel „Erzählt euch mehr“ – Fun Fact: Wir heiraten tatsächlich morgen in zwei Wochen
  • Experimentieren am Gasherd: Flasche war zugedreht und vordere Platte defekt – ich bekomme Angst vor eventuell austretendem Gas, aber Carmen bleibt cool und wenige Minuten später kocht das Nudelwasser
  • nach dem Essen noch Fußball geschaut (ohne Ton – viel entspannter), Frankreich gewinnt 2:0 gehen Marokko

Freitag, 09.07.26

  • Durch das Fenster zur Terrasse sehen wir: es ist heute sehr windig
  • nach dem späten Frühstück fahren wir zum Galea Parc, nur fünf Autominuten entfernt und ich werde prompt angehupt, weil ich verwirrt bin an einer Baustelle beim Abbiegen (gehört angeblich zur korsischen Mentalität)
  • betrachten Kakteen, Info-Boxen über Meerestiere vor Korsika, die Geschichte der Etrusker und ihrer Kriegsboote
  • Eine Ausstellung befasst sich mit Gewürzen und historischen Spielen, von denen einige Materialien erhalten sind; außerdem kleines Fischbecken
  • klimatisierter Raum mit mehreren Projektoren an allen Wänden, dort werden Drohnenaufnahmen von verschiedenen Regionen auf Korsika gezeigt (in allen Jahreszeiten)
  • anschließend wenige Minuten weiter zum Strand von Taglio-Isolaccio gefahren und mit Strandschirmen, Decke, Liegematten, Rucksack und Volleyball zum Wasser
  • Pustekuchen: Steifer Wind lässt unsere Sachen fortwehen; Schirm hält nur ohne Verlängerung und als wir uns ins Wasser wagen (hohe Wellen und viel Dreck), fliegt er doch davon – ein Franzose bringt ihn uns netterweise zurück
  • Fun Fact: am Ufer liegt ein etwa zwei Meter langer Baumstamm; ich ziehe diesen ans Ufer, damit er nicht den kleinen Jungen neben uns erschlägt, aber er ist sehr glitschig und das Wasser spült ständig den Sandboden weg, sodass er abrutscht…
  • Lufttrocknung klappt in weniger als zehn Minuten, aber wir kleben vom Salz und im Auto ist es wieder heiß
  • Frische Dusche, dann Abendessen (Nudeln von gestern)
  • Carmen ist fleißig und wäscht unsere dreckigen Sachen, ich laufe zur Strandterrasse und lese weiter „Blaues Gold“, während der Wind durch die Palmdächer pfeift und salzige Gischt hochweht
  • Würfel-WG gespielt und unseren Wein weiter verkostet (er ist tatsächlich etwas säuerlich)

Samstag, 11.07.26

  • lange geschlafen, dann auf die Terrasse gegangen und festgestellt: es ist immer noch sehr windig
  • nachmittags zum Strand gegangen, kurz ins Wasser – merklich abgekühlt, darum nur kurz gebadet (ich bleibe etwas länger)
  • abgeduscht und an den Pool gewechselt, Buch gelesen und „Erzählt euch mehr“ gespielt (Fragen zur Beziehung)
  • Abends Backfisch, Reis und Spinat zubereitet, später Würfel-WG gespielt und Fußballspiel geschaut (Norwegen gegen England)
  • Fun Fact: Bevor das Spiel los ging, wurde ein Rugby-Spiel zwischen Argentinien und Wales übertragen – sehr interessant, wie viele Leute da pro Team auf dem Platz herumwuseln und sich auf den ovalen Ball werfen und gegenseitig abstemmen 😱

Sonntag, 12.07.26

  • wieder lange geschlafen (kurz nach acht aufwacht und dann lange schlaflos gelegen)
  • mittags Frühstück gegessen und Fest & Flauschig gehört
  • immerhin schon 16:30 Uhr zum Strand gegangen, wo es nicht mehr so windig ist, aber bedeckt
  • erst in den Pool, aber ziemlich kühl, darum kurz darauf ins Meer – da ist’s aber auch nicht wärmer (erst nach einer Weile)
  • lange an der Küste entlang geschwommen bis zu einer Stelle, wo die Pinien bis an den Strand wachsen und Schatten spenden
  • zu Fuß ein Stück erkundet: viele Privatgrundstücke angrenzend, Familien mit Kindern unterwegs und im flachen Wasser
  • zurück geschwommen, Carmen ruft plötzlich meinen Namen und wir laufen zur Dusche
  • Chillen am Pool im Schatten (Sonne guckt wieder hervor), ein paar Waffeln gesnackt und unsere Bücher gelesen
  • Abendessen heute: zwei Pizzen (aus der Tiefkühltruhe), mit dem Essen und Geschirr nach vorne zur Strandterrasse gelaufen und mit Ausblick aufs Meer gespeist (leider begleitet von einigen echt aggressiven Moskitos trotz Autan)
  • Rückkehr gegen 22 Uhr, noch eine Folge Fun Facts gesehen über Deep Fakes (traurig aber informativ)

Montag, 13.07.26

  • Strandtag etwas weiter weg Richtung Süden (ca. fünfzehn Minuten zu Fuß)
  • kleiner Denkfehler: dort wo am Vortag um 17:30 Uhr Schatten war von den Pinien, ist heute Mittag kein Schatten 🙈
  • trotzdem breiten wir unsere Decke aus und gegen baden – immer noch kühl und etwas dreckig
  • Fun Fact: Direkt hinter unserem Liegeplatz steht eine halb eingestürzte Holzhütte, wo noch ein Werbeschild für Eissorten hängt
  • wir dösen und lesen bis nachmittags, dann bekommen wir etwas Hunger; ich sage zu Carmen: „bin in ca. zehn Minuten wieder da mit was zu essen aus dem Haus“
  • na ja, es werden stattdessen fünfzig Minuten, weil ich den langen Fußweg am Strand völlig unterschätze und noch kurz im kühlen Haus bleibe
  • als ich endlich mit zwei Strandschirmen, frischem Brot und Wasser zurück komme, ist die Sonne – natürlich – hinter den Pinien verschwunden; wir nehmen den Schirm trotzdem als Windschutz, weil es rasch abkühlt
  • nach dem Abendessen (Brotzeit) Wecker auf 8:30 Uhr gestellt und gesehen, dass ein paar Wespen direkt an unserem Schlafzimmerfenster ein großes Nest bauen – damit ist das Thema Durchlüften gelaufen 🐝

Dienstag, 14.07.26

Katamaran-Fahrt zu den Agriaten

  • früh aufgestanden – das heißt bei uns um halb neun, dann kleines Frühstück (Cornflakes bzw. Müsli) und gegen 9:25 Uhr losgefahren in Richtung Norden
  • Kurz vor Bastia links abgebogen und sofort in die Serpentinen geraten: enge staubige Straßen, tiefe Abhänge am Rand (teilweise mit Mauern oder Leitplanken geschützt) und geniale Aussicht auf wildbewachsene Berge
  • kurz nach halb elf am Hafen angekommen und sofort auf einer sehr schmalen Straße gelandet, unfreiwillig direkt am Wasser lang zwischen Fußgängern, bevor wir den Parkplatz erreichen
  • Sonnencreme aufgetragen, dann zum Katamaran von Bella Vita mit Rucksack; korsische Mentalität viel entspannter als in Deutschland, sodass wir statt um 10:45 Uhr mit dem Boarding zu beginnen erst um elf aufs Boot gelassen wurden (Schuhe müssen ausgezogen werden und landen in einer Box)
  • Sonnenliege auf dem Oberdeck: Recht schmal für zwei Personen und zu kurz, direkt in der prallen Sonne (wir gehen erstmal in den Schatten)
  • Viertel elf legt der Katamaran ab und dreht in Richtung Nordwest, sodass wir doch auf unsere Liegen können: herrlicher Fahrtwind kühlt uns; wir werden nach etwas zu trinken gefragt und bestellen zwei Virgin Mojito mit Erdbeere (lecker)
  • kurzer Stopp an einer Grotte zum Fotografieren, dann zurück Richtung Hafen, aber vorher rechts abgedreht und zur Désert des Agriates – türkisfarbenes Wasser erinnert sofort an Formentera (Link einfügen), einige Boote und Yachten liegen vor Anker
  • um einen Felsvorsprung herum gefahren, dahinter erwartet uns ein heller Sandstrand, von Touris bevölkert (den erreicht man nur mit einem Offroad-Jeep oder per Boot); erster Badestopp für uns mit Blick hinab auf den Meeresgrund
  • breite Leiter vorne am Schiff zum sanften Einstieg in die Wellen, hinten zwei kurze steile Leitern; Problem: der Boden des Katamarans ist so aufgeheizt, dass man sich die Füße beim Warten regelrecht verbrennt 😬; einige springen vom Unterdeck ca. 1,5 m tief ins Mittelmeer (Wasser schmeckt sehr salzig und ist warum wie in der Badewanne, Recht viele Wellen lassen uns auf und ab schaukeln)
  • anschließend Lunchpaket: Baguette, kleine Obstschale mit Ananas und Honigmelone, Mini-Brötchen, ein Stück Käse und ein süßer Kuchen
  • Rückfahrt gegen 13:30 Uhr, dieses Mal ist unsere Liege wieder in der Sonne, aber durch den Fahrtwind lassen wir es uns trotzdem in der Sonne gut gehen (noch geht es gut)
  • Fun Fact: Genau in Höhe meines Kopfes hängt ein weißer Lautsprecher, an dem ich mich während der Fahrt ungelogen etwa ein Dutzend mal stoße – weil er für mich nicht zu sehen ist (ich schaue auf den Boden, um zwischen den engen Tischen und Hockern nicht auf dem nassen Boden barfuß auszurutschen) – irgendwann rollt der Skipper nur noch mit den Augen
  • zweiter Badestopp: vor der Küste, wo wir mittags schon waren bei den anderen Privatbooten – hier treffen wir sogar auf ein paar schwarze Fische, die den Katamaran umkreisen
  • merklich aufgeheizt tut uns die Abkühlung gut, danach geht’s zwischen Sonne und Schatten zurück Richtung Hafen, vorher noch Zwischenstopp an einer alten Festung (steinerne Ruinen eines einstigen Turmes)
  • kurz nach drei wieder an Land, kurz zum Auto und restlichen Proviant von heute früh gegessen (im PKW etwa fünfzig Grad Celsius, die Baguette-Scheiben dampfen, das Wasser ist brühwarm und der Apfel schmeckt wie frisch gekocht)
  • jeder ein Eis in der Waffel gekauft und im Schatten gegessen (keine Sitzbänke weit und breit), dann von Geschäft zu Geschäft (um die Klimaanlagen zu genießen)
  • keinen brauchbaren Souvenir-Shop am Wasser gefunden, dafür einen hübschen Platz mit Kompass im Steinboden – aber es ist viiiel zu heiß 🥵
  • Im Schatten der Häuser einen Laden gefunden, dort ein paar Magneten als Souvenirs gekauft, ein Strandtuch und eine Kette
  • zurück im Freien erschlägt uns die Hitze regelrecht, sodass wir zurück zum Auto laufen und nach kurzem Lüften die Klimaanlage auf die höchste Stufe stellen
  • kurze Fahrt zum Strand Plage de la Roya, auf extrem engen Straßen vorbei an einem Autofriedhof, bis wir mit Glück einen freien Parkplatz ergattern, unsere Strandsachen nehmen und uns in den Schatten großer Pinien legen
  • da wir leicht dehydriert sind, kaufe ich bei einer angrenzenden Pizzeria eine Flasche eiskaltes Wasser, die wir mit dem warmen Wasser mixen
  • es tut gut, im Schatten von der Meeresbrise gekühlt zu werden, wir lesen in unseren Büchern und dösen vor uns hin
  • irgendwann entscheiden wir uns, doch noch ins Meer zu gehen: direkt am Strand ist einiges los, Kinder bauen Sandburgen, Jung und Alt lassen sich sonnen
  • das Wasser ist mega warm, bestimmt fast dreißig Grad, und total flach – ideal für kleine Kinder, von denen es nur so wimmelt; wir schwimmen zu einem kleinen Felsen im Wasser, der uns aber zu scharfkantig ist
  • Rundumblick offenbart, warum diese Ecke von Korsika bei Touristen noch beliebter ist: klares flaches Meer, schattige Bäume, Häuser direkt am Berghang, perfektes mediterranes Flair
  • nach einer gefühlten Ewigkeit unsere Sachen gepackt, zurück ins Auto (wieder wie in der Sauna) und zurück nach Poggio-Mezzana durchs Gebirge (enge Straßen, in denen man als Fremder gern von Korsen oder Italienern angehupt und waghalsig überholt wird)
  • Ankunft kurz nach 20 Uhr, dann duschen und mit sauberen Sachen ein Stück Richtung Süden in den Sonnenuntergang bis Moriani – aber da sind alle Parkplätze restlos belegt und die ganze Stadt im Ausnahmezustand (Grund: Nationalfeiertag von Frankreich)
  • wir fahren noch zehn Minuten weiter bis in die Region Cervione zum Restaurant du Camping Calamar; dort weht kaum ein Wind und ich schwitze schon wieder, aber der Blick aufs Meer entschädigt einiges und der Korsika-Burger schmeckt lecker
  • Carmen verfolgt im Live-Ticker, wie Frankreich im Halbfinale gegen Spanien verliert, danach fahren wir zurück und stellen erstaunt fest, dass in Moriani Plage mittlerweile sogar die ganze Wiese voller PKW steht – alle warten auf das spektakuläre Feuerwerk
  • Carmen ist ziemlich müde nach dem langen Tag und geht ins Bett, aber ich laufe noch vor zur Strandterrasse und ein Stück in Richtung Moriani Plage – dort startet kurz nach elf ein spektakuläres Feuerwerk, das auch drei Kilometer entfernt seinem Zauber entfacht 🎆, danach sitze ich noch im warmen Sand und schaue in den perfekten Sternenhimmel…

Mittwoch, 15.07.26

  • ziemlich k.o. nach unserem Mega-Tag, deshalb bis mittags ausgeschlafen und dann gefrühstückt
  • Fun Fact: Neues Badetuch von Korsika sieht schön aus, trocknet aber so gut wie nicht (hat Carmen gleich gesagt)
  • Gang hinunter zur Strandterrasse, Carmen hat schon ihre zweites Buch ausgelesen, sodass wir noch ein drittes E-Book für sie kaufen („Wenn ich nicht Urlaub mache, macht es jemand anderes“ von Giulia Becker – passt ja gut thematisch)
  • Mittelmeer wärmer als Montag, aber deutlich kühler als im Norden – wir schwimmen ein bisschen an der Küste lang und sehen eine Art Familientreffen mit acht Sonnenschirmen und einem großen roten Sonnensegel
  • heute ist es zu windig im Außenbereich auf den Strandmöbeln, also setzen wir uns in den verglasten Innenbereich auf Korbstühle und lesen, während vorn an der Rezeption ein Mann in sehr schnellem Französisch scheinbar mit einer Frau meckert (ich verstehe nur einzelne Wortfetzen)
  • kurz vor halb acht sammeln wir unsere sieben Sachen zusammen und gehen zurück in unseren Bungalow, auf dem Weg dorthin werfen wir uns den Volleyball zu – für ein richtiges Spiel hat es wegen zu viel Wind bisher nicht gereicht 😅
  • letzte Vorräte aus dem Tiefkühlschrank verbraucht: Backfisch und Pommes, dazu Basilikum-Pesto (Fritten ziemlich matschig statt kross)
  • Fußballspiel England gegen Argentinien geschaut (dramatisches 1:2 in den letzten Minuten noch gedreht) und etwas froh, dass es keine Verlängerung gibt, damit wir zeitiger ins Bett kommen

Donnerstag, 16.07.26

  • Nacht war anstrengend, erst ewig nicht eingeschlafen (ging uns beiden so) und dann abwechselnd zu warm und zu kalt
  • gegen halb elf fühle ich mich wach und recherchiere für meinen Thriller „Preisfrage“, bis wir kurz nach zwölf ein kleines Frühstück zubereiten und Jazzmusik mit Saxofon und Piano hören
  • Online-Check-In klappt nur über einen Weblink, die App ist irgendwie doof
  • hinterher sind wir schon wieder todmüde, waschen das Geschirr ab und verkriechen uns nochmal ins kleine schmale Bett (mein unterer Rücken meckert inzwischen über die weiche Matratze)
  • halb fünf wachen wir auf, die Kopfschmerzen haben nachgelassen, wir essen ein bisschen und gehen dann mit kleinem Gepäck zur Hotelterrasse
  • mittlerweile ist es angenehm am Strand, wir schwimmen ein bisschen (Wasser wieder wärmer) und lesen weiter in unseren Büchern (Spannungskurve nimmt nochmal zu)
  • kurz vor acht gehen wir rüber zum La Vallicella und genießen endleckeren Heilbutt mit Arrancini und Saisongemüse
  • letztes Selfie vom Strand und kleiner Barfuß-Spaziergang, bevor es Zeit wird zu packen

Freitag, 17.07.26

  • bereits kurz nach Sonnenaufgang wach, noch im Bett geblieben, bis um acht der Wecker klingelt
  • Cornflakes und Müsli aufgegessen, Reste aus dem Kühlschrank inkl. Eis-Akkus in Kühltasche gepackt und Krams in Bad und Schlafzimmer eingesteckt
  • um neun Uhr den Studio-Schlüssel an der Rezeption abgegeben und nochmal auf die Terrasse gesetzt – aber mangels Ventilatoren oder Klimaanlage ist es unfassbar heiß und schwül dort
  • wir gehen ins Innere, wo uns trotzdem der Schweiß vom Körper rinnt, und lesen ein bisschen, später verzehren wir unseren Frühstücksproviant (bevor er anfängt zu schmelzen)
  • kurz nach halb elf streichen wir die Segel und ziehen uns ins kühle Auto zurück (ein Segen!), mein Magen spielt etwas verrückt wegen der ständigen Hitze
  • kurzer Stau auf dem Weg nach Bastia, aber wir haben genug Zeitpuffer und genießen nochmal die wunderschöne Aussicht
  • Fährhafen ist schon gut gefüllt mit Autos und Wohnmobilen, aber in der Sonne sind über dreißig Grad und die Fähre „Mega Express“ braucht eine Weile, bis sie angelegt hat und alle Fahrzeuge von Bord sind
  • Not so Fun Fact: heutiges Fährpersonal aus Italien, verstärkt leider echt viele Klischees:
    • mörderisch überhitzte Unterdecks, wo Autos kreuz und quer platziert werden (sei besser kein Klaustrophobiker)
    • das meiste Personal spricht nur Italienisch, Französisch nur unwillentlich, der Kunde ist am wenigsten wichtig (wichtiger sind die Kollegen, mit denen lautstark gestritten wird, während der Kunde wartet)
  • Sitzplätze in der Pullman Lounge dieses Mal mitten im Schiffsbauch ohne Aussicht, dafür mit nervigen Fernsehern, deren Ton man nicht abstellen kann (und natürlich ist der dritte Sitz in unserer Reihe ebenfalls belegt, sodass wir weniger Platz haben)
  • ich erkunde die anderen Decks und finde den Kinderbereich (sehr hübsch) sowie die Daddel-Automaten, außerdem mehrere Imbisse und eine Art Nobelrestaurant
  • ich filme unsere Fahrt entlang des Cap Corse, als uns eine andere Fähre von Corsica Ferries entgegen kommt – wir sind echt schnell auf dem Wasser unterwegs; im Schatten ist es angenehm
  • auf dem Oberdeck befindet sich ein Pool, in welchem Kinder planschen – ringsumher Liegestühle, alle leer, weil es viel zu heiß ist (an Sonnenschirme hat wohl niemand gedacht)
  • etwas später ordere ich einen Hotdog mit Pommes (eher schlecht geschälten Kartoffel-Wedges) und Getränk, bevor ich zu Carmen zurückkehre
  • anschließend dösen wir und ich lese den Thriller „Blaues Gold“ zu Ende, bin etwas enttäuscht von der ernüchternden Auflösung verschiedener Handlungsstränge im Epilog
  • kurz vor halb sieben gehen wir zum Bordbistro und stehen direkt in der Schlange; kurz darauf öffnen die Rollläden und wir essen einen Tomate-Burrata-Salat bzw. Reis mit Gemüse (ein leichtes Essen kann nicht schaden)
  • kurz vor acht herrscht etwas hektische Betriebsamkeit, wir stellen uns mit dutzenden anderen Passagieren am Zugang zu Deck 4E an, müssen aber eigentlich zu Deck 4A – italienische Logik: Da sind wir völlig verkehrt, hier gehen Schiebetüren auf, aus denen man zwei Meter in die Tiefe fällt in den Wohnwagen-Bereich 🤯
  • wir mit unserem Handgepäck kämpfen uns zurück die Treppe nach oben gegen den Strom und werden vom Personal ans andere Ende des Schiffes geschickt, wo wir nach kurzer Zeit unser Auto finden
  • die Einweiser unter Deck machen einen sehr wichtigen Eindruck, brauchen aber ewig um die Blechkolonne zu koordinieren; währenddessen warten wir bei 41 Grad im Wagen und schalten irgendwann den Motor ein, damit wir die Klimaanlage nutzen können; danach geht’s noch an kaum sichtbaren Stahlseilen vorbei, die aus irgendeinem Grund in der Fähre verbaut sind…
  • endlich sind wir nach halb neun wieder im Freien, steuern auf die Autobahn zu: man merkt sofort, dass man wieder in Italien ist am bröckeligen Straßenbelag, den rücksichtslosen Autofahrern (und vor allem Motorrädern, die völlig halsbrecherisch links und rechts überholen) sowie den extrem unübersichtlichen Mautstellen mit direkt dahinter wild abzweigenden Zufahrten in alle Richtungen
  • nach ungefähr einer Stunde verlassen wir die Region Ligurien, danach wird die Straßenqualität viel besser und das Fahren insgesamt entspannter; Sonne versinkt langsam hinterm Horizont
  • bei Mailand nehmen wir Kurs auf Concorezzo, wo wir vor genau zwei Wochen bereits übernachtet hatten; nach kurzem Suchen das Euro Hotel Residence gefunden, aber der Parkplatz ist dieses Mal schon voll
  • Fahrt in die Tiefgarage etwas abenteuerlich: Klingelknopf gut versteckt vor dem Eisentor, steile Rampe hinab, mit Müh und Not noch einen freien Platz in einem leicht gruseligen Parkhaus gefunden (und dafür fünf Euro die Nacht)
  • sehr froh, als wir endlich im Zimmer sind und duschen können (alles an meinem Körper klebt und draußen sind immer noch fast achtundzwanzig Grad)

Samstag, 18.07.26

  • schwierige Nacht gehabt: Klimaanlage hat einen penetranten Brummton, der selbst durch die Ohropax dringt und immer wieder an- und abklingt
  • morgens mit den ersten Sonnenstrahlen wieder wach, außerdem dringt Verkehrslärm durchs Fenster
  • kleines Frühstück mit Toast, Cornflakes und Latte Macchiato, leichte Kopfschmerzen beim Losfahren
  • wieder an mehreren Autobahnabschnitten warten und mit Karte bezahlen; eine Stunde nach Abfahrt stecken wir im dichten Stau vor der Schweizer Grenze (Verkehr künstlich verlangsamt, aber geniale Aussicht auf niedliche Häuser mitten in steilen Berghängen)
  • Toilettenpause im strahlenden Sonnenschein (immer noch sehr heiß trotz fehlender Meeresnähe); das WC ist genial: über dem Sitzbereich befindet sich ein Wasserhahn sowie ein Seifenspender, der funktioniert 😍
  • ziemlich müde, während wir in Serpentinen dem San-Bernardino-Tunnel entgegen streben, der sich erneut unspektakulär präsentiert
  • auf der anderen Seite merken wir direkt den Wetterwechsel: Das Thermometer fällt im Minutentakt von 33 Grad auf gerade einmal 19,5 Grad, bevor es wieder leicht steigt und wir in den ersten Regenschauer geraten
  • später noch einmal Stau vor Chur, danach fließt der Verkehr und wir legen einen kurzen Abstecher nach Vaduz in Liechtenstein ein: niedlicher Grenzübergang nur mit zwei Landesflaggen am Rand, hübsche kleine Straßen und spektakulärer Ausblick in die hohen Alpen (inzwischen scheint die Sonne wieder bei angenehmen 25 Grad)
  • wir machen kurz Halt auf einem kleinen Parkplatz bei einem Sonnenblumenfeld, bevor es zurück über den Alpenrhein und auf die Schweizer Seite geht, bis wir Diepoldsau erreichen und ein Foto von einer crazy nackten Skulptur machen
  • bei Hohenems auf die Autobahn und zum Rastplatz am Bodensee zum Auftanken (2,01 € pro Liter Diesel sind wohl aktuell ein richtiges Schnäppchen), danach Toilettenpause und wir holen uns Baguettes und Bananen zur Stärkung
  • wir überqueren die deutsche Grenze und freuen uns schon drauf, in fünfeinhalb Stunden endlich zuhause zu sein; währenddessen hören wir die Känguru-Rebellion fertig
  • keine besonderen Vorkommnisse, bis wir um 21:45 Uhr auf dem Parkplatz vor unserem Haus ankommen und den ganzen Fahrstuhl voll räumen mit unserem Zeug 🙈

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert