Picton, Marlborough Sounds, Brooklyn, Motueka
[45 km + lange Fähr- und Autofahrt]

Sonntag, 24.12.2017
🌤️ meist sonnig

So früh wie heute bin ich in meinem ganzen Leben noch nie an einem Heiligabend aufgestanden. Doch vor uns liegt eine lange Reise, setzen wir schließlich mit der Fähre von der neuseeländischen Nordinsel über auf die Südinsel.

Das britische Frühstück scheint vom Typ Continental Light zu sein: Alles ist übersüßt, herzhafte Speisen wie Wurst, Käse oder gar Spiegeleier mit Brot sucht man vergebens. Dafür hat es der Preis in sich. Mit flauem Magen ob der kargen Mahlzeit geht’s mit dem Gruppenbus zur Fähre.

Während der fast vierstündigen Überfahrt auf dem aufgewühlten Meer präsentiert sich das Wetter von allen erdenklichen Seiten. Erst strahlender Sonnenschein, dann dicke Wolken und peitschender Wind, schließlich wird es wieder warm.

Die pittoreske Landschaft im südlichen Wellington offenbart sattgrüne Hänge, welche von kleinen, bunten Häusern gesäumt werden. In weiter Ferne lassen sich höhere Berge erahnen, dicht von Mischwäldern bewachsen.

Unsere Route führt direkt am internationalen Flughafen entlang, wo die Maschinen im Tiefflug an uns vorbeidüsen. Etwa in der Mitte zwischen beiden Inseln wird es mir an Deck zu ungemütlich. Ich ziehe mich zurück und widme mich der Lektüre des Öko-Thrillers „Der Schwarm“ von Frank Schätzing, den ich übrigens schon 2008 in Gran Canaria mit Begeisterung verschlungen habe.

Gegen 12:45 Uhr legen wir im Hafen von Picton an und verlassen die Fähre. Bereits jetzt wird deutlich, dass der Süden Neuseelands ländlichen geprägt ist als der Norden: Keine Luxusvillen am Strand oder Industriegebiete – dafür malerische, dicht bewachsene Felsen, üppige Wiesen und kleine Farmhäuser aus einer anderen Zeit.

Mit dem Bus fahren wir weit in den Nordwesten, dann machen wir eine Lunchpause. Unsere heutige Radtour führt von Tapawera entlang des Motueka Rivers, weniger als fünfzig Kilometer. Bei bestem Wetter starten wir die Etappe ohne unseren Reiseleiter Jens. Weil jeder sein eigenes Tempo fährt, sind wir nach einiger Zeit verunsichert, ob die Strecke überhaupt richtig ist (ich habe mein Handy vergessen einzustecken, das liegt noch im Bus).

Glücklicherweise erreichen wir ohne Umwege unseren Zielort Brooklyn. Von dort legen wir mit Bus die letzten Kilometer zum heutigen Tagesziel Motueka zurück. Nach einem kleinen Einkauf checken wir im sehr geräumigen Garden Motel ein. Zum wohlverdienten Abendessen gibt es Kartoffeln und Zucchini, dazu Tomaten und Käse. Welch ein abwechslungsreiches Weihnachtsessen 😋.

Motueka, Kaiteriteri, Marahau, Abel Tasman Nationalpark [50 km + einige km zu Fuß]

Montag, 25.12.2017
☀️ strahlender Sonnenschein bei 26°C

  • ausgeschlafen (YES!), dann mit Fahrrädern nach Kaiteriteri gefahren, dort am Strand Fotos gemacht
  • weiter zum Abel Tasman Nationalpark, dort gefrühstückt und zwei unglückliche Vögel gegen eine Fensterscheibe fliegen sehen
  • Spaziergang durch den Park: anfangs Ebbe, die Leute hatten mit Steinen Herzen und Vornamen ins trockene Flussbett gelegt
  • Rückfahrt über eine heiße Landstraße; sehr wenig Wind und viel Nachmittagssonne; erst lange Strampelei aufwärts, aber dann ins Tal gerollt zurück bis Motueka
  • an einem Rosengarten Halt gemacht, Zwischenstopp unter angenehm kühlen Bäumen bei Rosenduft
  • abends Barbecue mit allen: Lammsteak, Kürbis, Süßkartoffeln und diverse Anekdoten

Murchison, Pan Cake Rocks, Hokitika [0 km – Transfertag]

Dienstag, 26.12.2017
🌦️ morgens Regen, tagsüber heiter

  • 06:00 Uhr aufgestanden, Räder aufgeladen und losgefahren
  • 08:45 Uhr Frühstückspause in Murchison
  • Weiterfahrt zu den Pancake Rocks; Zwischenstopp am Punakaiki River, dort ca. 50 Minuten spaziert und anschließend Lunchpause gemacht
  • ca. drei Minuten Autofahrt zu den Pan Cake Rocks, Rundweg bewandert: dicht bewachsen von Palmen und Farnen, Steine mit horizontalen „Rissen“ sehen wie Pfannkuchen aus; meterhohe Wellen und Gischt spritzen entlang der Felsen
  • nochmal ca. 90 Minuten Fahrt bis Hokitika, kleinen Spaziergang gemacht und Wäsche gewaschen (die war in null Komma nix trocken, weil es so windig draußen war)
  • zum Strand gegangen, im Beachfront Ocean View Restaurant gegessen (Beef)
  • gegen 22:00 Uhr vom Motel zur Glow Worm Dell gefahren (mit dem Bus), unzählige grün leuchtende Glühwürmer gesehen; anschließend noch den Südsternhimmel betrachtet (und Jens‘ Stern-App benutzt)

Hokitika, Lake Kaniere, Hokitika Gorch [92,7 km]

Mittwoch, 27.12.2017
🌤️ sonnig und wenige Wolken

  • 09:45 Uhr Besuch im Kiwi-Haus, einen hektisch herumlaufenden Kiwi gesehen (kurz vor der morgendlichen Fütterung, die wir jedoch verpasst haben); der andere Kiwi hatte sich zu gut versteckt
  • gegen 10:30 Uhr losgefahren vom Motel bis zum Lake Kaniere, dort Lunchpause am See
  • auf Schotterweg in den Wald hinein, an den Dorothy Falls (Wasserfälle) vorbei bis nach Kokatahi
  • Haken nach links geschlagen; über den Kokataki-River vorbei an zahlreichen Farmen bis zur Hokitika Gorch Swingbridge – einer Hängebrücke, die nur von maximal sechs Personen gleichzeitig überquert werden darf (außerdem gab es jede Menge beißfreudige Sand Flies)
  • Rückweg zum Annabelle Motel in Hokitika mit den Rädern (32 km); Vanessa und Achim auch mit Rädern, der Rest im Bus
  • Kartoffel-Zucchini-Suppe und dänische Kekse gegessen, abends frischer Wind

Lake Matheson, Haast Pass, Lake Hawea [0 km – Transfertag]

Donnerstag, 28.12.2017
🥶🥵 morgens kühl, dann heiß

  • bereits morgens um 06:00 Uhr losgefahren, sehr kurvenreiche Straße bis zum ersten Halt am Lake Matheson
  • klare Wasseroberfläche, in der sich der Mount Cook spiegelte; Rundwanderung um den See inkl. Frühstück
  • etwas ruhigere Weiterfahrt ca. 11:00 Uhr bis zum Haast Pass, wo sehr viele europäische und asiatische Touristen unterwegs waren; kurze Wanderung zu den Blue Pools mit Hängebrücke, von der junge Leute ins kristallklare Wasser gesprungen sind
  • noch wenige Kilometer später Halt gemacht bei einer Eisdiele, Hokey-Pokey und Bananeneis mit Beeren gegessen; zuvor die längste einspurige Brücke Neuseelands überquert
  • Ankunft in Wanaka ca. 18:00 Uhr; Einkauf im überfüllten Supermarkt, anschließend Fahrräder abmontiert
  • Burger zum Abendessen (halb zerfallen am See), kleiner Spaziergang am Lake Wanaka

Wanaka, Cardrona Hotel, Arrowtown, Queenstown [45 km]

Freitag, 29.12.2017

  • 08:30 Uhr aufgebrochen, mit dem Bus ein Stück die Berge hoch gefahren; anschließend erste Etappe wieder großteils bergab entlang des Lake Wanaka mit gutem Blick auf den Mount Aspire
  • in Wanaka rechts abgebogen, auf einer dicht befahrenen Autostraße (mit dummen Autofahrern und riskanten Überholmanövern) bergauf zur Cardrona Destillerie und zum Cardrona Hotel gefahren mit urigen Polstermöbeln, Kamin, alten Zeitungen und einem alten Auto vor dem Hotel
  • weiter im Bus nach Arrowtown mit Blick in die Einflugschneise nach Queenstown
  • durch die Straßen geschlendert, eine ehemalige Siedlung chinesischer Goldgräber von 1860 angeschaut (sehr kleine Behausungen) sowie Gollums Fluss gesehen
  • weiter nach Queenstown (rappelvolle Stadt), auf einen Aussichtspunkt mit Gondeln gefahren, kurzer Waldspaziergang
  • Abendessen mexikanisch, anschließend Rundgang am Botanischen Garten

Queenstown, Frankton, Kawaran River & Bridge [ca. 55 – 60 km]

Samstag, 30.12.2017
☁️ bedeckt

  • ausgeschlafen (so einigermaßen, bis die Sonne zu hell wurde)
  • gegen 09:00 Uhr losgefahren auf dem Queenstown Trail
  • am Airport in Frankton vorbeigekommen, zahlreiche Flugzeuge starten und laden gesehen
  • nach kurzem Verfahren die Lower Shotover Bridge gefunden, entlang des Kawaran Rivers über Billie’s Bridge mit vielen Steigungen und Gefälle entlang von Schluchten
  • gegen 11:00 Uhr Frühstückspause, dann weiter zur Arrow Junction Road und über die Edgar Bridge bis zur 43 Meter hohen Kawaran Bridge mit zahlreichen Bunjee-Jumpern – kurz zugeschaut und Verschnaufpause gemacht
  • ca. 13:00 Uhr Rückweg entlang derselben Strecken, zwischendurch „Mittagspause“ (gegen 15:0 Uhr) an einem gemütlichen Uferflecken

Kawaran Bridge, Omakau, Oturehua, Ranfury [55 km]

Sonntag, 31.12.2017
🌦️ erst sonnig warm, dann Dauerregen

  • 08:30 Uhr losgefahren mit dem Bus zur Kawaran Bridge, nochmal kurz den Bunjee-Jumpern zugeschaut
  • nach Alexandra gefahren, eingekauft und kurz spazieren gewesen, dann weiter im Bus zum Startpunkt der Etappe: Omakau
  • an felsigen Hängen und über holprige Brücken bei Sonnenschein auf dem Otago Rail Trail geradelt, durch zwei kurze Tunnel gefahren und festgestellt, dass unsere Fahrradlampen nicht hell genug waren
  • Essensstopp in Oturehua, dort fing es heftig an zu regnen und hörte nicht mehr auf bis Ranfurly
  • Ankunft am Hotel ca. 17:30 Uhr mit wenig Trockenmöglichkeiten (leider) und kein Badfön, Stimmung dezent unterkühlt, 50 NZ$ „Entschädigung“ für’s Zimmer bekommen (weil unser Reiseleiter Jens allein entschieden hatte, dass wir als jüngste Teilnehmer das Zimmer ohne Bad bekommen)
  • Abendessen mit allen im Hotelrestaurant, danach Anna einen Heiratsantrag gemacht (vorerst vertagte Antwort)
  • ca. 22:45 Uhr ins Bett und den Start ins neue Jahr komplett verpennt

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