Montag, 11. August
Erst vor wenigen Stunden sind wir vom Meute-Konzert am Citybeach Dresden nach Hause gefahren. Trotzdem heißt es bereits halb sieben: Aufstehen, anziehen, Koffer ins Auto hieven. Dieses Mal reisen wir wirklich mit schwerem Gepäck, denn wir haben alles so gepackt, dass wir genug Klamotten im Handgepäck haben – falls unser Koffer abhanden kommen sollte.
Eine Stunde nach dem Weckerklingeln fahren wir los. Unser Flug startet erst nachmittags, aber vom 450 Kilometer entfernten Flughafen München. Wir haben das so gebucht, um nicht nochmal umsteigen zu müssen – auch wenn wir dadurch über vier Stunden Anreisezeit haben. Zum Glück rollt der Verkehr problemlos und wir hören in Ruhe das Hörbuch Views von Marc-Uwe Kling. Erst auf der A93 stehen wir kurz im Stau, danach geht es stockend weiter. Kein Problem für uns, wir haben genug Puffer eingeplant.

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Um 12:30 Uhr fahren wir ins Parkhaus direkt am Terminal. Dort haben wir online schon einige Wochen im Voraus gebucht, brauchen aber doch eine gewisse Zeit, um einen freien Parkplatz zu ergattern. Der Flughafen ist sehr groß und wir brauchen fast eine Viertelstunde bis zum Koffer-Self-Checkin. Der Außenbereich ist sehr großzügig und modern gestaltet. Für hungrige Wartende gibt’s eine Currywurstbude, ein BBQ-Restaurant in Flugzeugform und ein bayrisches Brauhaus.
Übrigens:
Als wir gerade das Terminal für den Check-In erreichen, stelle ich fest, dass ich meine Brotbüchse mit Proviant im Handschuhfach im Auto vergessen habe. Bei sommerlichen Temperaturen möchte ich sie ungern zwei Wochen dort lassen. Also nochmal zurück, etwa anderthalb Kilometer Fußweg pro Strecke… 😭
Unser Check-In verläuft unkompliziert. Auf der Suche nach einem Restaurant im Duty-Free-Bereich werden wir beim asiatischen „Seafood“ fündig und essen eine deftige Portion Nudeln. Danach läuft alles wie am Schnürchen: Die Maschine kommt aus Ibiza zurück (sie ist morgens schon einmal dorthin geflogen) und landet pünktlich. Kurz darauf beginnt unser Boarding und wir heben genau im Zeitplan von Startbahn 08 rechts ab. Man sieht im Flugzeug sofort, dass Ibiza viele Partygäste anlockt, so wie einige junge und nicht mehr ganz so junge Leute sich stylen und kleiden 👒😎.

Der Pilot berichtet uns live, dass wir gerade über Erding fliegen und in Kürze die Alpen erreichen. Uns bietet sich ein echt cooler Ausblick über die Berge und Täler bei Innsbruck. Danach geht’s weiter über Mailand und Marseille, bis das Mittelmeer unter uns glitzert. Der Erste Offizier (Copilot) irritiert die Passagiere kurz vor der Landung mit einer Durchsage, dass wir in Kürze auf Mallorca landen würden 😄. Zum Glück entscheidet er sich aber doch für den Flughafen Ibiza, wo wir um 17:35 Uhr aufsetzen.

Um zum Gepäckband zu gelangen, muss man etwas verwinkelt durch eine Schiebetür und zwei Treppen nach unten. Nach 20 Minuten nehmen wir unseren Koffer entgegen, dessen Griff wir mit markantem, bunten Geschenkband umwickelt haben, um ihn besser wiederzufinden. Damit wir in der Sommerhitze nicht schmelzen, wechseln meine Freundin und ich unsere langen Hosen und Pullover gegen Sandalen und Sonnenhut.
Anschließend geht’s nach draußen an die schwülwarme Luft und wir reihen uns in die Taxischlange ein. Die Abfertigung ist gut organisiert: So nehmen wir trotz zahlreichen anderen Wartenden nach kurzer Zeit Platz in einem klimatisierten, bequemen Fahrzeug, das uns in etwa 20 Minuten bis zum Fährhafen bringt. Für uns geht die Reise nämlich noch weiter, und zwar auf die kleinste Balearen-Insel Formentera. Dort existiert kein Flughafen, sodass die Anreise stets übers Wasser erfolgt.
Das Schicksal meint es heute richtig gut mit uns: Wir ergattern direkt Tickets für die nächste Fähre, steigen an Bord der „Balearía Nixe“ und legen eine Viertelstunde später ab. Vom Oberdeck des Schiffes bietet sich ein grandioser Ausblick über Eivissa-Stadt, die Hauptstadt von Ibiza mit einer alten Festung und der umgebenden Berglandschaft. Alle fünf Minuten können wir ein neues Flugzeug im Endanflug beobachten.


Nachdem wir den Hafenbereich verlassen haben, dreht der Kapitän die Motoren voll auf und sorgt für ordentlich viel Fahrtwind. Unsere Fahrt führt in Richtung Südwesten. Aus der Ferne sieht man die unbewohnte Insel S’Espardell und daneben die Privatinsel S’Espalmador, vor deren Küste zahlreiche Boote ankern.
Als wir gegen 19:40 Uhr im schicken und belebten Hafen von La Savina anlegen, ist es immer noch richtig warm. Bereits am Taxistand bemerken wir, dass Formentera weit weniger von Touristen überlaufen ist als Ibiza: nur ein halbes Dutzend „Coches“ warten auf ihre Kunden. Eine kurze Fahrt später betreten wir das Hostal Es Pi und können um acht unser Zimmer beziehen. Dieses ist auf 20 Grad klimatisiert – viel zu kalt 🥶! Also erstmal zum Balkon hin lüften mit Ausblick über Palmen und Felder; na ja, und in den Hinterhof des Nachbarn und seiner Frau, die scheinbar Motorroller vermieten.
Als erstes Abendessen verspeisen wir den restlichen Tagesproviant auf unserem Balkon. Dabei sehen wir den Sonnenuntergang in der Ferne goldrot hinter hohen Bäumen glitzern 🌳🌅… So einen reibungslosen Start in den Urlaub hatte ich wirklich selten!
Dienstag, 12. August
Wie es sich für einen guten Urlaubsstart gehört, bleiben wir bis zum späten Vormittag im Bett und bequemen uns erst gegen halb elf in den sonnigen, klimatisierten Gastraum zum Frühstück. Ein Hoch auf die spanischen Essenszeiten: Spätaufsteher müssen keine Angst haben zu verhungern. Es gibt mehrere Sorten Müsli, frisches Obst (schmeckt viel besser als in Deutschland!), Toast und Brötchen, dazu Wurst und Käse, Honig und Nutella sowie frischen Saft und Kaffee/Cappuccino 😋.
Unser kleines Fresskoma – in Kombination mit der Mittagshitze – führt uns direkt wieder ins Hotelzimmer, wo wir bis nachmittags chillen und unsere Spanisch-Kenntnisse mit Duolingo aufbessern.
Ibiza Global TV – Party-Hits für Stubenhocker
Um zu testen, ob wir schon ein paar Wortfetzen der Landessprache verstehen, schalten wir den Fernseher ein und inspizieren die lokalen Kanäle. Ergebnis: Ohne Untertitel keine Chance 😉. Dafür entdecken wir eine Art spanisches SuperRTL für Kids, sowie den Sender Ibiza Global TV, wo abgedrehte DJs auflegen und gelegentlich von einer jungen Chica anmoderiert werden.
Ein unterhaltsames Programm für schüchterne Menschen oder solche, die sich keine Club-Eintrittskarte bei David Guetta leisten können.
Keine dreihundert Meter vom Hotel entfernt befindet sich der Supermercardo Ca Mari: Ein kleiner Laden mit gutem Sortiment an Getränken inkl. Wein und Bier, wo wir Käse und Wurst, Snacks sowie ein bisschen frisches Obst und Gemüse kaufen. Im Vergleich zu einer deutschen Großstadt ist alles recht teuer, weil die meisten Lebensmittel importiert werden müssen.
Mein Spezial-Tipp: Fünf Liter Wasser im Kanister kosten weniger als 2 Euro und können später in eigene Flaschen umgefüllt werden. Denn das Leitungswasser ist zwar nicht gesundheitsschädigend, aber es schmeckt furchtbar.


Nach einem kleinen Nachmittagssnack raffen wir uns gegen 17 Uhr endlich auf und schlendern etwa fünfhundert Meter bis zum Strand Platja de Migjorn, vorbei am großen Insotel mit seinen zahlreichen Strandliegen. Der helle Sand ist durchsetzt mit trockenem Gehölz und Seetang; Vorsicht ist vor scharfkantigen Steinen geboten. Insgesamt ist die Umgebung gut besucht, aber es findet sich noch ein schönes Plätzchen für zwei Personen mit Sonnenschirm. Die kleinen Sandkörner haben die Sonnenwärme der letzten Stunden gespeichert und ein angenehmer Wind macht die 31 Grad im Schatten erträglich.

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Den Hintergrund bildet wilder Bewuchs aus Palmen und knorrigen Bäumen, zur Linken erstrecken sich die westlichen Ausläufer Formenteras bis zum Cap de Barbaria.
Im Mittelmeer ist es warm wie in einer Badewanne. Und ordentlich salzig, was man spätestens bemerkt, wenn man versehentlich etwas Wasser beim Schwimmen verschluckt 🙈 Familien mit Kindern planschen und spielen Volleyball vor einer malerischen Kulisse: Ein moderner Dünenweg mit hellen Holzplanken und Stricken als Geländer schlängelt sich hunderte Meter an der Küste entlang.

Meine Freundin und ich schwimmen zu einer großen Ansammlung von getrocknetem Seegras, das Neptungras heißt und die Küste vor Erosion schützt. Hier ist das Wasser glasklar, sodass man gut die Felsen am Boden sieht – bei denen man jedoch aufpassen muss im flachen Wasser, denn sie sind uneben und die Kraft der Wellen ist nicht zu unterschätzen!

Ab 19:30 Uhr wird es merklich leerer am Strand. Die Sonne sinkt gen Horizont und wir können unsere Sonnenbrillen abnehmen (ideal für Fotomotive, auf denen auch mal die Augen zu sehen sind 😆). Kurz darauf sichern wir uns Sitzplätze im South Formentera Beach Restaurant & Lounge, welches direkt am Strand liegt. Aus unerfindlichen Gründen sind wir um halb neun die einzigen Gäste. Der Kellner, welcher kaum Englisch spricht, erklärt mir auf Spanisch, dass es eine schwierige Saison sei (so weit ich ihn verstehe 🤔)…
Glück für uns, denn so haben wir mehr vom stilvollen Ambiente mit gemütlichen Stühlen, meerblauen Gläsern und maritim designten Tellern. Unser Fischgericht ist delikat und für die Lage sehr günstig (28 Euro für eine Portion, die für 2 Personen aufgeteilt wurde). Wir schauen in den dämmrigen Abendhimmel, vor dem ein Palmwedel in der lauen Brise hin und her schwenkt. Eine perfekte Szenerie für jeden Reisekatalog!


sodass wir über uns den herrlich glitzernden Sternenhimmel sehen 🌠
Mittwoch, 13. August

Mitten in der Nacht wache ich auf und stelle fest, dass ich an mehreren Stellen von einem fiesen Moskito gestochen wurde 🦟…
Heute geht’s zeitiger zum Frühstück, es gibt Müsli mit Haferflocken und gemischten Trockenfrüchten 🤩. Beim anschließenden Chillen werden wir von der Reinigungskraft unterbrochen und kurz auf den Balkon geschickt, während das Zimmer gereinigt wird. Es dauert ein paar Minuten, bis ich mich akklimatisiere in der Mittagshitze 🥵…
Am frühen Nachmittag gehen wir zum Strand und schauen uns nach einem neuen gemütlichen Plätzchen um. Je weiter links wir uns halten, desto felsiger wird es, also kehren wir schnell um und laufen wieder zu unserem Stammplatz vom Vortag. Zwischendurch begrüßt uns ein kleiner, struppiger Hund, dem es bei seinem Herrchen augenscheinlich zu langweilig ist und der sich dankbar von uns kraulen lässt 🐶.
Die Hitze ist etwas stärker als gestern und erreicht gegen Nachmittag ihren Höhepunkt. So verbringen wir viel Zeit im Wasser und begeben uns auf eine schwimmende Erkundungstour: Erst beobachten wir andere Leute – Familien mit Kindern, junge Pärchen, viele mit sonnengebräunten Körpern – und später die vielfältige Felslandschaft. Vorsicht, falls ihr selbst mal dort seid: Versucht möglichst nicht mit den Knien an die Steinkanten im flachen Wasser zu stoßen, sonst aua…

Anschließend machen wir eine ausführliche Chill-Beach-Session mit Lesen und Dösen unterm Sonnenschirm, bis der Abend prachtvoll herein bricht. Ein kurzer Spaziergang führt uns über die hübsche Promenade mit zahlreichen Privatzugängen zum Strand. Wir machen einen Abstecher zum kleinen Supermercardo und kaufen ein Schnorchelset, um ab morgen unter Wasser mehr zu sehen. Außerdem füllen wir unsere Essensvorräte auf und nehmen unser heutiges Abendbrot im Zimmer ein, während eine DJane mit hippem Look auf Ibiza Global TV ihre Platten auflegt 🎧.

Donnerstag, 14. August
Zeit für einen Ausflug! Aber nicht den ganzen Tag, sondern erst wenn die Temperaturen erträglicher werden. Zunächst gibt’s Frühstück mit Vollkornmüsli, Joghurt, Honig und Nutella sowie selbst gemischtem Zitronenwasser. Anschließend chillen wir bis zum frühen Nachmittag im klimatisierten Zimmer und versuchen, unser „Fresskoma“ zu überwinden (Strategie: dösen und ChatGPT mit Fragen über Formentera und Ibiza löchern 😆).
Schließlich packen wir unsere Strandsachen zusammen und laufen hinüber zum Auto- und Zweiradverleih Ca Mari, wo wir zwei E-Bikes mieten (30 € pro Person und Tag – nicht günstig, aber üblich). Zuerst fahren wir über staubige kleine Nebenstraßen; es ist sehr warm und wir sind froh über die Motor-Unterstützung bei der holprigen Tour über Stock und Stein. Nach circa 20 Minuten Fahrt erreichen wir den Badeort Es Caló, wo wir mit Bedauern feststellen, dass wir den Schlüssel zu unserem Fahrradschloss verloren haben 😱…

Mangels sinnvoller Alternativen und Fahrrad-Zubehör-Läden entscheiden wir uns, die E-Bikes bis zur Küste hinunter zu tragen. Dort erwarten uns schroffe Felsen, auf denen man besser die Sandalen anbehält. Die Sache hat jedoch ein Vorteil, denn nur wenige Touristen verirren sich hierher, wo der Einstieg ins Wasser scharfkantig ist und man höllisch auf Seeigel aufpassen muss! Dafür werden wir mit einer perfekten Aussicht auf kristallklares, türkisfarbenes Wasser belohnt, durch das man klare Sicht bis auf den Grund hat. Wenige hundert Meter von der Küstenlinie ankern Boote und weiter östlich erstrecken sich steile Felsen mit üppigem Bewuchs.
Um nicht von der Sonne geröstet zu werden, improvisieren wir und halten den Sonnenschirm mit einer Hand fest (im felsigen Gestein hätten wir keine Chance, ihn zu befestigen). Leider verhält sich der Schirm wie ein Segel und will ständig davon fliegen, sodass meine Armmuskeln ganz ohne Hanteltraining gefordert werden. Ab und zu kommen junge Leute an uns vorbei, wagen sich über das Meeresplateau bis ins tiefe Wasser oder kuscheln am Strand (vielleicht inspiriert von uns beiden 😉).
Nach gut zwei Stunden packen wir unser Zeug zusammen und radeln wenige hundert Meter nach Westen, bis wir einen feinen Sandstrand erreichen. Auch dort ragen rutschige Felsen am Einstieg empor, aber etwas weiter draußen wartet eine Sandbank auf Badegäste mit perfekter Sicht auf den Grund. Das flache Wasser ist herrlich warm und kleine bunte Fische schwimmen uns flink um die Knöchel 🐠🐟.
Hier ist viel mehr los als bei der Seeigel-Bucht: Familien mit Kindern, ältere Menschen und junge Paare planschen um die Wette. Etwas weiter draußen ankern Segelboote und jemand düst mit einem Jetski umher, dass es nur so knattert.



Die Zeit vergeht wie im Fluge, sodass unsere Haut an den Fingern langsam schrumplig wird. Tatsächlich bemerken wir nach über einer Stunde im warmen Mittelmeer, dass uns etwas kühl wird, und beschließen eine kleine Zwischenmahlzeit einzulegen. Anschließend treten wir die kurze Rückfahrt an, dieses Mal entlang der Hauptstraße bis Ca Mari, wo es weniger steinig ist. Bei Rückgabe der E-Bikes entrichten wir eine kleine Gebühr von 10 € wegen des verlorenen Fahrradschloss-Schlüssels 💸…
Der Hotelpool liegt mittlerweile im tiefen Schatten. Wir duschen uns fix ab und ziehen ein paar Bahnen, um diesen Punkt auf unserer Urlaubs-Checkliste ebenfalls abzuhaken. Kein Vergleich zum Mittelmeer, aber immerhin klebt die Haut hinterher nicht voller Salz und kleiner Holzstückchen 😅.


Frisch geduscht geht’s danach in Richtung Strand auf der Suche nach einem leckeren Restaurant. Das 190 Pasos überzeugt uns auf Anhieb: Tomaten-Burrata (italienischer Frischkäse mit einem Kern aus Sahne und Mozzarella-Stückchen – mega leckere Entdeckung 😋), Gyozas mit Ochsenbäckchen und lecker angerichteter Fisch lassen den Abend grandios kulinarisch ausklingen.


Freitag, 15. August

Gute Planung ist die halbe Miete und im Hotelzimmer ist es schön kühl zum Recherchieren: Wir wollen unseren Ibiza-Tag am nächsten Mittwoch vorbereiten. Die Auswahl an Wasseraktivitäten ist ebenso riesig wie die Anzahl der Veranstalter: SUP, Kayak, Glasbodenboote, privates Segelboot, Katamaran… Im Hinblick auf Budget (unter 100 € pro Person) und Uhrzeit (nichts vor 13 Uhr – hey, wir haben Urlaub und schlafen aus 😉) entscheiden wir uns für Parasailing an Ibizas Nordostküste – zumindest meine Freundin Carmen, denn ich habe Höhenangst 🙈.
Gesagt, getan, gebucht. Außerdem stoßen wir auf ein Angebot für eine Bootsfahrt in den Sonnenuntergang mit Live-Musik ab Sant Antonio. Die Zeit vergeht und eh wir uns versehen, ist es 17 Uhr: Zeit zum Strand zu gehen, jetzt wo es nicht mehr so heiß ist. Wir probieren direkt das neu gekaufte Schnorchelset mit Taucherbrille aus: Keine Chance, die Sonnenbrille drunter aufzubehalten (ich habe -7 Dioptrien und keine Kontaktlinsen). So muss ich wohl oder übel ohne Sehhilfe untertauchen, aber im wenige Zentimeter flachen Wasser sieht man trotzdem viele Details: Pflanzenbewachsene Steine und schroffe Felsen, dazwischen kleine bunte Fische und vereinzelt Seegras-Felder, die tiefschwarz wirken.
Später chillen und lesen wir, während die Sonne gen Horizont zieht und den Himmel in goldgelbe Südseefarben taucht 🌅. Abendessen gibt’s heute auf der Hotelterrasse neben dem Pool, aus der Ferne dringt Partymusik an unsere Ohren (Freitagnacht wird wohl auch auf Formentera gefeiert) 😄.

Samstag, 16. August
Unser Plan für heute: den Norden Formenteras erkunden. Mit dem voll klimatisierten Bus (ein modernes und großes Fahrzeug, das nur 3,20 € pro Person und Fahrt kostet) fahren wir nach Sant Francesc. Dort angekommen, suchen wir zunächst etwas Schatten vor der Mittagshitze und schlendern durch die kleinen Straßen der Inselhauptstadt, vorbei an Souvenirläden und Cafés bis zur schneeweißen Kirche Església de Sant Francesc Xavier de Formentera.





Nach diesem kulturellen Abstecher knurren unsere Mägen. Keine hundert Meter von der Kirche entfernt befindet sich das Restaurant Mama Carmen, dessen Speisekarte recht freizügige Gerichte offenbart: Tinder Burger, Sugar Daddy, MILF Champion etc. 🙊
Die Lage ist prima, ringsum wachsen riesige grüne Pflanzen und ein luftiges Dach spendet uns Schatten. Mein Burger schmeckt lecker, ebenso Carmens Tomatensalat (ja, meine Freundin heißt Carmen, aber Mama ist sie nicht 😆).
Nur der Mojito in der Mittagshitze war vielleicht nicht die beste Idee…





Nächste Station des Tages: Platja de ses Illetes. Auch wenn Sant Francesc fußläufig in fünfzehn Minuten zu durchqueren ist, schaffen wir es, den Taxistand mehrfach zu verfehlen. Google Maps ist irgendwie keine Hilfe. Schließlich suchen wir einen kühlen Supermarkt auf und fragen eine Verkäuferin, die uns den korrekten Weg beschreibt. Der Taxifahrer ist sehr gesprächig und erklärt, dass nur im Sommer Touristen da sind – im Winter ist hier tote Hose. Unser Weg führt an den Salinen vorbei, wo die weiße Salzkruste in der Sonne schimmert.


Wir fahren so nah es geht zum feinen Sandstrand, der mit Touristen und Sonnenschirmen übersät ist. Am Samstagnachmittag ist hier naturgemäß viel los, darum bleiben wir in zweiter Reihe an der östlichen Küste und schauen nach links auf die unbewohnte Insel S’Espardell, rechter Hand auf die schroffe Steilküste im Südosten Formenteras.
Vor dem Baden steige ich auf einen Steinfelsen, von wo sich ein perfektes 360-Grad-Panorama über die zwei Halbinseln bietet, in deren Mitte sich die Salinen befinden. Wenige hundert Meter vor uns endet Formentera und circa hundertfünfzig Meter weiter beginnt die Privatinsel S’Espalmador. Theoretisch könnte man durch das flache Wasser waten, doch die Strömungen sind unberechenbar – darum ist es strikt verboten, ohne Boot rüber zu schwimmen 🛑.
Der Strand wird bevölkert von Touristen aller Nationen und jeden Alters: Familien mit Kindern, junge Pärchen und einige ältere Reisegruppen. Unter anderem drei Schweizer Ende Fünfzig, deren Gespräche wir eigentlich gar nicht unbedingt hören wollen; die sich aber unmittelbar neben uns platzieren und wenig später am Strand einarmige Liegestütze machen – und sich ziemlich toll dabei finden 👴🏽… Überhaupt erweist sich das Klischee der Instagram-Models als durchaus real: Zahlreiche gebräunte, tätowierte und gestylte Gestalten jedweden Geschlechts stehen stundenlang im seichten Wasser und machen Selfies, während sie reichlich übertrieben ihre Muskeln bzw. Kurven und Glitzerwäsche zur Schau stellen 🤣.




Gegen 19:30 Uhr packen wir unsere Sachen zusammen und spazieren auf der Promenade in Richtung Bushaltestelle. Eigentlich wollen wir am Strand etwas essen, doch die Beach Bars machen alle schon zwischen 19 und 20 Uhr zu 😱… Zeit für einen Standort-Wechsel.

Wir treffen auf eine große Ansammlung wartender Tagestouristen am Bus Stop. Unsere Linie hat Verspätung, doch wir schauen beim Warten begeistert in den Sonnenuntergang an der Küste, wo 2024 die Helisara gekentert ist und noch heute dort liegt (Update: Im November 2025 ist das Wrack zerbrochen). Südsee-Romantik pur – jedenfalls für den Moment, denn der Umweltschaden ist leider groß.
In La Savina steigen wir aus und schlendern zum Restaurant Aigua, welches ein wunderschönes Ambiente direkt am Hafen bietet. Wir bestellen Nudeln und Pizza, werden aber ziemlich aufdringlich behandelt: Wasser wird uns ungefragt bis zum Rand des Glases eingegossen und anschließend die Flasche weggerissen, dann sprüht eine Kellnerin riesige Käseportionen über meine Pizza sowie den halben Tisch. Später werden wir alle fünf Minuten gefragt, ob alles recht sei und wann wir endlich fertig seien mit Essen. Von mir leider keine Empfehlung – denn neben diesen Unannehmlichkeiten hat der viele Käse Sodbrennen verursacht 😡.
Da der letzte Bus schon abgefahren ist, erfolgt unsere Rückfahrt mit dem Taxi. Fun Fact: Etliche Touristen besteigen um halb zehn noch die Fähre nach Ibiza. Angekommen im Hostal Es Pi, erleben wir die tropischste aller Nächte auf dem Balkon, denn es ist nahezu windstill. Zum Glück funktioniert die Klimaanlage auch nachts und lässt uns friedlich schlummern.

Sonntag, 17. August
Laut Wetterbericht erreicht die Hitze heute ihr bisheriges Maximum mit bis zu 35°C im Schatten. So liegt es nahe, dass wir bis nachmittags im kühlen Zimmer bleiben, chillen, lesen und zwischendurch weg dösen.
Als es draußen etwas erträglicher wird, fahren wir mit dem Linienbus zur Endstation Far de la Mola ganz im Südosten der Insel Formentera. Auf dem Weg passieren wir den Ort Es Caló mit traumhaftem karibikblauen Wasser, sowie das Insotel Club Maryland. Es hat einen sehr schicken Pool und eine große Beachbar, macht aber eher den Eindruck, als sei man hier auf Massentourismus aus. Danach geht es in engen Serpentinen durch Wald und Geröll auf über einhundert Höhenmeter (nichts für Menschen mit Reisekrankheit).




Außer einem weißen Leuchtturm gibt es am Ziel nur einen Souvenirladen und das Café Codice Luna. Wir setzen uns unter das mediterrane Bambusdach mit grünem Bewuchs und bestellen einen leckeren Schokokuchen 😋. Anschließend stöbern wir nach ein paar Andenken und ich erstehe einen neuen Sonnenhut (die Hemden mit komischen Schriftzügen überzeugen mich nicht). Leider verlieren wir beim Shoppen die Uhrzeit aus dem Blick und der Bus fährt direkt vor unseren Nasen ab… Nächster Anschluss in sechzig Minuten 🙄.




Mangels sinnvoller Alternativen nutzen wir die Zeit, um bis zur Steilküste zu gehen und entlang der kargen Wege zu spazieren. Es weht ein kräftiger warmer Wind, während wir über schroffe Felsen laufen, zwischen denen die Eidechsen krabbeln.
Mangels Infrastruktur oder Erlebnissen vor Ort kehren wir nach einer halben Stunde nochmal ins Café zurück und warten auf den nächsten Bus. Dieser bringt uns in nur fünf Minuten ins Dorf El Pilar de la Mola.
Dort ist mittwochs und sonntags immer ein Hippie-Markt: Lokale Künstler:innen und alternative Bewohner:innen bieten ihre handgefertigten Waren an: Gemälde, Holz- und Keramikarbeiten mit Inselmotiven, Kleidung, Schmuck, Tassen und sogar Tattoos sowie Haarflechtungen. Die Exponate sind ziemlich teuer (25 € für Bilder, 40 € für Hemden); dafür ist jeder Gegenstand einzigartig.
In der Mitte des Marktes befindet sich auf bunten Fliesen eine große Bühne, wo mehrere Musiker:innen mit Gitarre, Bass, Schlagzeug und Trommeln die Gäste unterhalten.
Ab 18:30 Uhr wird es immer voller, auch viele Familien kommen zum Stöbern. Die Händler kennen sich scheinbar alle untereinander.

Unsere vielen Eindrücke machen hungrig und so schlendern wir zur Bar Can Toni, wo uns Google Lens dabei hilft, die katalanische Speisekarte in Echtzeit zu übersetzen 😉. Es herrscht ein buntes Treiben in den Straßen: Viele Touristen sind aus Italien und Frankreich angereist. Kleine Kinder wuseln umher, spielen Billard oder halten ihre Eltern auf Trab. Meine Freundin und ich bestellen Sangria und Rotwein zu unserem Tomatenbrot sowie der Dorade mit Salat, während uns ein lauer Wind umweht und die Abenddämmerung einsetzt.

Nach Sonnenuntergang gehen ringsum die Lichterketten der Restaurants und kleinen Läden an. Wir sind satt und zufrieden. Jetzt warten wir vor der niedlichen weißen Dorfkirche auf den Bus und beobachten Teenager beim Chillen, sowie zwei junge Männer, die fleißig Knöllchen an die Falschparker verteilen 😅. Auf der Rückfahrt bietet sich noch einmal die spektakuläre Aussicht über den Nordosten Formenteras, wie ein riesiges Glitzermeer 🙃…

Montag, 18. August
Chilltag! Heute gibt’s ein besonders leckeres Frühstück mit Früchtemüsli, Toast, Schinken, Käse und Cappuccino. Anschließend spielen wir ein paar Runden Würfel-WG, ein Würfelspiel mit den Charakteren aus Marc-Uwe Klings Känguru-Chroniken. Es passiert nicht viel Berichtenswertes bis kurz vor 18 Uhr, als wir endlich unsere Strandsachen zusammen packen und einen neuen, kürzeren Strandweg direkt am Meridium Hotel vorbei entdecken.

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Das Schnorcheln mit leicht undichter Brille verursacht Salzwasser in der Nase (bäh 🤨), aber für die kleinen schwarzen Fische und Steine mit Algenbewuchs lohnt sich der Ausflug unter Wasser dennoch. Und wir beobachten ein Novum: Es hängen Wolken über Formentera! Nachdem die Sonne dahinter verschwindet, wird es merklich kühler und wir treten den Rückweg an, vorbei am kleinen Supermarkt, um unsere Vorräte nochmal aufzustocken.

Wir nehmen unser Abendessen im Dämmerlicht auf der Terrasse vor dem Pool ein.
Die Zikaden veranstalten ihr gewohntes Spektakel, verstummen jedoch irgendwann allmählich.
Sehr idyllisch 😊.
Dienstag, 19. August
Das morgendliche Wetter ist für einen Sommertag richtig „schlecht“: Viel Wind und Wolken, fast fängt es leicht zu regnen an (aber nur fast). Es gibt eine gute Nachricht: Mein Smartphone funktioniert wieder – es war am Vortrag immer abgestürzt wegen Überhitzung.
Voller Motivation erstellen wir gemeinsam digitale Postkarten am Handy. Als wir mit der Software vom Platzhirsch CEWE zwei Stunden lang auf unseren kleinen Displays ein kompliziertes Layout entwerfen, setzt ein Softwarefehler alles zurück und die Arbeit ist futsch 🤬… Doch wir geben nicht auf und probieren im nächsten Versuch die App Urlaubsgruss aus. An dieser Stelle eine unbezahlte Werbung (versprochen): Dieses Postkarten-Tool ist wesentlich besser benutzbar, wenngleich nicht so vielfältig wie die Konkurrenz. Aber die Vorlagen lassen sich gut auf dem kleinen Handybildschirm anpassen und so bekommen unsere Daheimgebliebenen doch noch ihre wohlverdiente Post 💪.

Nach diesem halben „Arbeitstag“ spielen wir erstmal eine Runde Würfel-WG wie bereits am Vortag (warum habe ich in diesem Urlaub so viel Glück und gewinne zweimal? 😉). Nachmittags kommt die Sonne endlich hervor und bald haben wir wieder 32 Grad im Schatten. Ich gehe in den Lounge-Bereich und verfalle ins Brainstorming für meine Roman-Idee mit dem Titel Preisfrage.
Anschließend baden wir gemeinsam im Pool, bis uns der Hunger überkommt und wir auf dem Balkon Abendbrot essen (richtig gesund mit Salatmischung), während unten im Garten zwei niedliche Katzen entlang streunen. Vor dem Schlafengehen waschen wir unsere dreckige Wäsche (muss auch mal sein) und hören einen Podcast im Bett. Und: Zur Krönung des Tages buchen wir eine Bootsfahrt für den Freitag, welche unser letzter großer Ausflug für diesen Urlaub werden wird 🛥️.
Mittwoch, 20. August
Tagesausflug nach Ibiza
So eine Klimaanlage hat es in sich: Ohne schwitzt man sich zu Tode, mit erkältet man sich 🙄. Ja, ich weiß – First World Problems. Wie auch immer. Nach dem Frühstück bestellen wir uns ein Taxi zum Fährhafen La Savina, aber wegen der Hochsaison hat es fast eine halbe Stunde Verspätung. Gut, dass wir keine feste Fähre gebucht haben, sondern einen flexiblen Tarif.
Unsere Überfahrt nach Ibiza erfolgt dieses Mal mit Trasmapi. Gepäckservice und Innenausstattung sind moderner als bei Balearía bei nahezu gleichem Fahrpreis. Während der Fahrt auf offener See schaukelt es ordentlich und graue Wolken ziehen auf. Alles dauert länger als erwartet, sodass wir erst um 14 Uhr in Santa Eulària eintreffen und im Cafe Lagom rasch zu Mittag essen (Lachs, gemischten Reis und zwei leckere Mocktails mit Maracuja und Ananas).

Carmen hat jetzt einen Parasailing-Trip gebucht, doch es ist zu windig und das Event wird kurzfristig abgesagt 😕. So sitzen wir noch länger im Café und beobachten internationale Touristen, die optisch viele Klischees erfüllen 🤭. Später unternehmen wir einen Spaziergang bei dreißig Grad Außentemperatur – allerdings ohne Schatten oder Wind. Macht wenig Spaß 🥵. So fliehen wir in einen Bioladen und inspizieren die lokalen Öko-Produkte (sind leider sehr teuer und oft importiert, sogar aus Deutschland!).

aber alles ist teuer oder mit „Made in China“-Flair gefertigt.

Hier hält uns nichts mehr, weshalb wir das nächstbeste Taxi nehmen und zum anderen Ende der Insel fahren: Nach Sant Antoni an der Westküste. Der dortige Stadtstrand hat ein sehr quirliges Flair, ist laut und eher schmutzig – was die Möwen nicht daran hindert, die Touristen pausenlos zu umfliegen auf der Suche nach leckeren Häppchen 🕊️.

Wir baden im superflachen, warmen Brackwasser. Es ist besonders für kleine Kinder gut geeignet, aber wegen der Nähe zum Hafen ziemlich dreckig.
Währenddessen behalte ich den Rucksack gut im Auge – ohne Grund, wie mir auffällt, denn der Strand ist nicht besonders dicht bevölkert und die meisten sind mit sich selbst beschäftigt. Ein paar junge Männer spielen Fußball; in der direkten Umgebung gibt es eine Mini-Achterbahn und eine große Slingshot.


Kurz nach 19 Uhr gehen wir einige hundert Meter hinüber zum Hafen, wo unsere Sunset-Bootsfahrt startet. Achtung: Wenn man gute Plätze auf dem Oberdeck haben will, muss man mindestens eine halbe Stunde eher da sein! Für uns kommt diese Info zu spät und so nehmen wir auf den letzten freien Sitzen am Heck Platz. Es gibt für alle einen Willkommensdrink, der sich Iberischer Cava nennt. Das ist ein recht trockener Sekt mit einer Erdbeere darin. Während die Abendstimmung an Bord Einzug hält, spielt ein cooler Saxofonist für die Gäste.


Pünktlich um halb acht legen wir ab und fahren relativ zügig aus dem Hafen, entlang der Cala de Bou linkerhand und Cala Gracio zur Rechten. Um diese Zeit sind viele kleine und größere Boote unterwegs, denn die Sonnenuntergänge auf den Balearen sind legendär. Wir wechseln auf das Unterdeck, wo fast niemand ist und man trotz der niedrigeren Ebene gute Außenaufnahmen machen kann. Eine Fotografin, die uns bei der Einschiffung geknipst hat, verkauft uns für 7 € unser Foto im hübschen Ibiza-Rahmen. Der Erinnerungswert zählt mehr als die Materialkosten, also sagen wir Ja.

Kennt ihr den Spruch: „Die Letzten werden die Ersten sein“, oder so ähnlich? Es gibt nämlich Premium-Tapas und weil das Personal im Unterdeck mit der Verteilung beginnt, bekommen wir die volle Auswahl 😋! Ehrlicherweise sind es aber nur kleine Häppchen mit Lachs bzw. Käse, keine vollwertige Mahlzeit.



Ab 20:15 Uhr sinkt die Sonne deutlich sichtbar. Wir halten kurz in einer schönen Bucht, an der dutzende Menschen sitzen und das Schauspiel auf dem Meer verfolgen. Ein Stück über dem Horizont leuchtet der rotgoldene Ballon und ist von einem fast unsichtbaren Dunstfilm überzogen, sodass man problemlos mit bloßem Auge hinein schauen kann. Kurz nach halb neun verschwindet die riesige Kugel bereits hinter weißen Wolken am Horizont. Die Gäste und wir machen Selfies und das Boot dreht sich mehrmals im Kreis, um allen einen perfekten Ausblick zu gewähren.
Nach dem Sonnenuntergang wird es recht still an Deck. Wir tuckern zurück an der Küste entlang und ankern wenige Kilometer vor dem Hafen von Sant Antoni.
Langsam gehen die ersten Lichter am Ufer an und erschaffen eine mediterrane Nacht-Szenerie. Einige SUP’s und Boote ziehen an uns vorbei und winken. Der DJ bereitet sich schon auf den Party-Abend vor – denn der zweite Teil der Bootstour steht erst noch bevor 🎇

Bei Einbruch der völligen Dunkelheit gehen auf dem Oberdeck die grellen Party-Lichter an und es wird ein bunter Mix aus Oldies und coolen Remix-Beats abgespielt. Der Saxofonist ist wieder in seinem Element und zu ihm gesellen sich zwei ansehnliche Frauen, die das Publikum zum Tanzen animieren. Bald ist das halbe Schiff auf den Beinen – so finden wir endlich einen guten Platz auf dem Oberdeck und lassen uns von der romantischen Kulisse an der Küste verzaubern: ein bisschen wie Las Vegas im kleinen Maßstab 😊
Leider hat alles irgendwann ein Ende, und so verlassen wir pünktlich um 22 Uhr das Schiff, um direkt zum Taxistand zu eilen. Zehn vor halb elf sind wir am Hafen, wo die Rückfahrt nach Formentera auf uns wartet. Das Eco Ship von Balearía ist kleiner als die bisherigen Fähren und transportiert nur Passagiere, keine Fahrzeuge. Es besticht mit moderner Inneneinrichtung und einer nachhaltigen Fortbewegung im Hafen, nur auf dem offenen Meer braucht es eine Dieselunterstützung. Die Rückfahrt ist recht unruhig aufgrund der vielen Wellen.
Gegen halb zwölf sind wir zurück im Hotelzimmer und sehr k.o., aber glücklich von den vielen Eindrücken und der tropischen Nacht 💚🌘!
Donnerstag, 21. August
Im Südwesten nichts Neues: Wir schlafen lange aus und verkriechen uns nach dem Frühstück im frisch gereinigten Zimmer. Beim Würfel-WG-Spielen revanchiert sich Carmen für die letzten Partien und besiegt mich haushoch.
Um die Nachmittagszeit besorge ich ein Baguette und fünf Liter Wasser; der wahrscheinlich letzte Wasservorrat für diesen Urlaub. Wir nehmen ein verspätetes Mittagessen im Zimmer ein und kurz darauf bekomme ich einen Anruf von einer Personalvermittlung. Geplant, aber dennoch irgendwie störend: Sollte man nicht machen, selbst wenn man auf Jobsuche ist – es lenkt vom Urlaubsfeeling ab.
Es ist schon nach 17 Uhr, als wir unsere paar Strandsachen packen und an unseren Lieblingsstrand in Platja de Migjorn gehen. Ein frischer Wind weht uns um die Ohren, begleitet von kräftigen Wellen. Das Schnorcheln gestaltet sich schwierig, weil die Billig-Taucherbrille nicht wasserdicht sitzt. Ich schwimme etwas unbeholfen um einen flachen Felsen herum und bemerke, dass dahinter eine Warnflagge gehisst ist. Aus gutem Grund, denn das Wasser hat viel Kraft und wirft Badende mühelos um, was auf dem Steinboden echt wehtun kann.
Zurück am Strand dürfen wir einmal mehr einen traumhaften Sonnenuntergang hinter den Dünen beobachten.

Danach geht’s ins South Beach Restaurant, wo wir den Urlaub bereits begonnen haben. Diesmal bestellen wir leckeres Beef, das aber etwas trocken schmeckt ohne Salatbeilage – der Thunfisch mit Avocado ist besser.

Freitag, 22. August
Heute steht unser letzter Ausflug auf dem Plan: Eine Bootsfahrt entlang der Westküste Formenteras. Nach dem Frühstück fahren wir mit dem Bus nach La Savina, wo sich an der Hafenpromenade die Touristen häufen (vor allem Italiener:innen). Unser Boot von Sea Experience Ibiza legt zwanzig Minuten vor der geplantem Abfahrt an und ist voller Menschen – wir sind die einzigen Zusteigenden. Anscheinend kommen die anderen bereits von Ibiza und haben eine längere Tour gebucht. Ein bisschen schade, dass wir somit recht eingeengt sitzen müssen. Bereits nach fünf Minuten fahren wir ab.



Bei strahlendem Sonnenschein breiten wir unsere Handtücher über der Schaumliege auf dem Oberdeck aus und verkriechen uns im knappen Schatten. Getränke und kleine Snacks sind inklusive (außer Cocktails) und so genehmigen wir uns Cola und Sangria sowie einer Schüssel Chips, während der Katamaran auf dem offenen Meer beschleunigt, sodass mein Hut vom Kopf fällt (zum Glück nicht über Bord) 👒.

Unser erster Stopp erfolgt in einer berühmten Bucht bei Punta Rasa. Der Legende nach sollen zwei Liebende sich dort treffen und küssen, um für immer zusammen zu bleiben. Der romantische Moment mit „Love is in the Air“ aus den Lautsprechern bekommt eine absurde Wendung, als jede Menge Stand-Up-Paddler und kleine Boote unserem Käpt’n die Einfahrt in die Bucht versperren und sein Kollege die Störenfriede hupend und lautstark diskutierend animiert, beiseite zu fahren 🤣…
Unsere Fahrt geht weiter bis zum Cap de Barbaria, wo ein kleiner weißer Leuchtturm errichtet ist. Rechts daneben erhebt sich der Torre, ein alter Turm aus Sandstein, den wir immer von unserem Strand beim Hotel sehen können. Nach einer kurzen Fotopause drehen wir um und fahren nun bei Gegenwind. Es herrscht ein hoher Wellengang, der mir leichte Kopfschmerzen bereitet. Dazu brennt die Sonne heiß vom Himmel 🥵.

Es ist schon 13:30 Uhr, als wir bei Cala Saona den ersten Badestopp im Meer einlegen. Das Wasser ist angenehm erfrischend, aber wellig und sehr salzig. Wir sind übrigens nicht das einzige Boot mit Schwimmenden: Die Konkurrenz ankert nur wenige dutzend Meter neben uns. Anschließend werden im Unterdeck leckere Speisen serviert: Pizza, Tapas, Melonen und diverse Salate. Wir schlagen uns die Bäuche voll und dösen danach weg, während das Schiff Kurs nimmt auf den Platja de ses Illetes (siehe den Bericht vom Samstag). Dort gibt’s einen zweiten Badestopp zwischen den kleinen Inseln. Ans Ufer schwimmen ist verboten, denn die Strecke wäre zu weit und es wimmelt nur so von Motorbooten und Yachten.

Am späten Nachmittag kehren wir nach La Savina zurück und steigen von Bord. Dort schlendern wir an den diversen Souvenirläden entlang und ergattern noch ein paar kleine Erinnerungsstücke, aber die meisten T-Shirts und Hemden sind uns zu teuer. Kurz darauf nehmen wir den Bus und fahren zurück zum Hotel, wo wir den Ausflugtag sehr entspannt nachwirken lassen 😎.



Samstag, 23. August
Ganz allmählich geht der Sommerurlaub 2025 seinem Ende entgegen. Nach dem Frühstück bleibt Carmen im Hotelzimmer und ich spaziere allein zum Strand. Während ich mit den Füßen durchs Wasser streife, denke ich über meine berufliche Zukunft nach (jetzt ist Zeit dafür und das Ambiente am Traumstrand ist ideal). Außerdem knipse ich ein paar idyllische Erinnerungsfotos.


Später packen wir unsere sieben Sachen zusammen und machen den Online-Check-In für unseren Rückflug. Danach ruhen wir uns drinnen aus, denn die Hitze hat nochmal ordentlich zugelegt seit dem Vormittag. Als uns der kleine Hunger ereilt, verspeisen wir die übriggebliebenen Lebensmittel, denn wir wollen nichts verderben lassen.

Nachmittags geht’s ein letztes Mal zum Platja de Migjorn, wo wir nochmal abwechselnd schnorcheln und im flachen Wasser baden. Das Meer ist immer noch aufgewühlt, aber nicht mehr so stürmisch wie vor zwei Tagen. Abends holen wir uns an der Hotelrezeption zwei Lunchpakete – sehr reichhaltig mit Saft, Wasser, Äpfeln, Sandwiches und Snacks.

Anschließend machen wir uns auf die Suche nach einem Imbiss oder Restaurant zum Abendessen. Die Suche dauert lange, weil am Samstagabend sowohl das 190 Pasos als auch das Kiosko Ca Marí komplett ausgebucht sind. Dabei wollten wir so gern frischen Fisch vom Grill essen 😢.



So besuchen wir mangels Alternativen zum dritten Mal in diesem Urlaub das Restaurant South Beach. Die Augen sind heute größer als der Magen – andererseits lohnt sich der Cheesecake aus regionaler Milch schon sehr 😋. Auf dem Heimweg zum Hostal Es Pi sammeln wir unsere letzten Eindrücke – morgen früh geht’s zur Fähre und dann schon wieder nach Deutschland.
Fazit



Wer im Sommer jeden Tag Party machen, seinen Body in der Sonne bräunen und sich jung und hip fühlen will, der sollte nach Ibiza fliegen. Und wer lieber die mediterrane Natur genießt, sich kulinarisch verwöhnen lässt und karibisches Strandflair in familiärer Atmosphäre sucht, nimmt einfach die Fähre und fährt in einer halben Stunde rüber nach Formentera. Die Hochsaison erleichtert zwar den Geldbeutel, aber die malerische Unterwasserwelt und beeindruckende Sonnenuntergänge sind es allemal wert!
