Klappe, die Zweite: In Begleitung von Sören, einem geschätzten Freund und ausgewiesenen Dänemark-Kenner, habe ich die dänischen Inseln Lolland und Falster entdeckt. Außerdem machten wir einen Tagesausflug in die dänische Hauptstadt Kopenhagen mit ihrer einzigartigen Architektur. Wir waren bereits im Januar 2024 in Esbjerg / Sjelborg gemeinsam an der dänischen Nordseeküste und wollten nun ein weiteres Mal die "hyggelige" Mentalität erleben. Welche kulinarischen Leckerbissen wir genießen und welche historischen Sehenswürdigkeiten wir bestaunen durften, erfährst du in diesem Blogbeitrag.

Donnerstag, 20.03.2025

Anders als noch vor einem Jahr besitze ich mittlerweile ein Auto. Vorbei sind die Zeiten der ewigen Bahnverspätungen und Zugausfälle: Ich habe die Vorzüge des individuellen Reisens zu schätzen gelernt. Ärgerlich nur, wenn dann morgens um 8:10 Uhr ein Stau auf der A4 mit Vollsperrung dazu führt, dass alle Fahrzeuge abfahren und die Dresdner Innenstadt völlig verstopft ist.

Während wir im Schritttempo durch die Straßen kriechen, schwindet unser Zeitpuffer dahin. Irgendwann stehen wir einfach, es geht nicht vor und nicht zurück. Nervosität macht sich breit – wir müssen rechtzeitig in Rostock sein, um die Fähre nicht zu verpassen. Schließlich schaffen wir es doch nach fast einer Stunde auf die Autobahn und ich trete aufs Gaspedal. Wenngleich ich kein Freizeitraser bin, verspüre ich doch Erleichterung, dass wir mit knapp 150 km/h (wo es erlaubt ist) voran kommen und nicht verspätet an der deutschen Ostseeküste stranden werden 😊


Die Fahrt verläuft unspektakulär, kein Stau auf dem Berliner Ring und auch dahinter nicht. So erreichen wir am frühen Nachmittag die Rostocker Innenstadt und holen uns ein paar Lebensmittel beim Discounter. Merke: Wer Geld sparen möchte, kauft besser vor der dänischen Grenze nochmal ein, denn im nördlichen Nachbarland ist (fast) alles teurer.

Weiter geht es zum Rostocker Überseehafen, wo wir bei Scandlines einchecken und im herrlichen Sonnenschein ablegen. Am heutigen Donnerstag sind nur wenige Autos und Reisebusse unterwegs, das Passagierdeck ist fast leer. Sören und ich verzichten auf ein Mittagsbuffet im Bordrestaurant (kostet fast 30 Euro pro Person!) und essen unseren eigenen Proviant. Danach geht’s aufs „Sonnendeck“ – ziemlich windig, aber die Ostsee ist glatt und wellenlos. In der Ferne sieht man das Rostocker Gaskraftwerk im Dunst verschwinden, nach etwa einer Stunde Fahrtzeit ist kein Land mehr in Sicht.

Ab und zu fahren größere Schiffe an uns vorbei – hier ist ein Schwesterschiff der Scandlines zu sehen, auf der Route von Gedser nach Rostock.

Pünktlich um 15:30 Uhr legt die Fähre in Gedser an. Leider können wir die Einfahrt in den Hafen nicht beobachten, denn die Fenster zum Bug sind im „Exclusiv-Restaurant“ für Gäste vorbehalten… Nun sind es noch 20 Minuten Fahrt bis zum Ferienhaus in Marielyst. Nach kurzer Suche finden wir die korrekte Adresse und parken im niedrigen Carport. Unser erster Eindruck: Hier ist wirklich alles hyggelig 🤩

Die Unterkunft ist für bis zu sechs Personen geeignet: So haben wir drei Schlafzimmer zur Auswahl für uns beide. Sören wählt das kleine Zimmer neben der Haustür, während ich das mit dem breiten Doppelbett bevorzuge (da lassen sich prima Klamotten ablegen 😆). Am Ende des Flures befindet sich ein gemütliches Wohnzimmer mit Kamin, Couch und Fernseh-Ecke. Sogar einen Schreibtisch nebst Bücherregal gibt es – wer an verregneten Tagen Langeweile verspüren sollte, könnte sich mit deutschen und dänischen Krimis die Zeit vertreiben.

Neben dem Regal schließt eine Tür zum hellen Wintergarten mit bequemen Korbstühlen an. Die Temperatur beträgt gefühlt 50 Grad, denn die Sonne heizt das Glashaus tagsüber enorm auf. Zu guter Letzt runden eine Terrasse und der Außenbereich mit Garten und Holzschuppen das Ambiente ab. Unser Vermieter hat uns zur Begrüßung eine Flasche Rotwein auf den Tisch gestellt und uns erlaubt, den Kamin mit Brennholz aus dem Schuppen zu befeuern 🙏

Nach der ausführlichen Inspektion unseres Ferienhauses kochen wir ein frühes Abendessen, denn die Cordon Bleus und Tiefkühl-Pommes aus Deutschland haben bereits angefangen zu tauen mangels Kühltasche 🙈 Hat aber alles noch gut geschmeckt. Im Sinne des Sprichwortes „Nach dem Essen sollst du ruh’n oder tausend Schritte tun“ entscheiden wir uns für Letzteres und machen einen Strandspaziergang. Das Meer ist nur wenige hundert Meter entfernt.

Kurz vor Sonnenuntergang ist es fast windstill und wir betrachten die malerischen Farben am Abendhimmel… Der Urlaub kann beginnen.

Freitag, 21.03.2025

Verglichen mit meinen Dänemark-Urlauben der letzten fünf Jahre (2020 in Ålbæk, 2024 in Esbjerg und Aarhus) war die Anreise mit „nur“ sieben Stunden Fahrzeit geradezu entspannt. Nichts desto trotz brauche ich die erste Nacht, um aus dem Arbeitsmodus der letzten Wochen abzuschalten und meine Energiereserven aufzufüllen. So strahlt die Sonne bereits am Himmel, als ich endlich aus den Federn krieche und ein verspätetes Frühstück einnehme 🌞

Um die Mittagszeit erkunden Sören und ich zu Fuß das Zentrum von Marielyst. Bei der Touristeninformation leihen wir zwei Fahrräder bis Sonntag aus. Laut Wetterbericht wird es warm und windig sein. Während mein Reisebegleiter sich fließend mit dem sympathischen älteren Herrn unterhält, der unsere Drahtesel vom Kettenschloss befreit, stelle ich fest, dass meine Dänischkenntnisse dank der Sprachlern-App Duolingo immerhin soweit entwickelt sind, einige Wörter ihrer Konversation zu verstehen. Dafür kann ich so gut wie nichts antworten mangels Vokabeln und lächele stattdessen freundlich 😅

Ohne konkretes Ziel, aber voller Elan radeln wir in Richtung Süden und erblicken nach wenigen Minuten ein Reh, das sich im Garten eines Privathauses verlaufen hat. Weiter geht es an den Rand des Bøtø Naturparks. Da es sich um ein bewaldetes Naturschutzgebiet handelt, steigen wir ab und schieben – im Nachhinein wird sich jedoch herausstellen, dass das Fahrverbot nur für motorisierten Verkehr gilt.

Einige Kilometer später biegen wir links ab und gelangen auf einen Erdwall, der uns nahe an der Ostsee entlang führt. Der steife Südostwind erleichtert uns das Vorankommen, bis wir uns eine Teepause am Bøtøskoven Strand gönnen. Einer alten Tradition folgend, fülle ich ein kleines Glas mit Sand ab, um es daheim ins Regal zu stellen. Man glaubt gar nicht, wie viele verschiedene Sandarten an den Küsten dieser Welt zu finden sind!

Schließlich kehren wir um und genehmigen uns in Marielyst jeder einen Burger. Dänische Burger sind einfach etwas anderes als in Deutschland 😋 Die insgesamt 20 Kilometer Fahrradstrecke machen sich prompt in meinen Beinen bemerkbar, sodass ich in einen Nachmittagsschlaf falle. Ja, ich werde wohl alt 🙈… Und außerdem habe ich ein Unwohlsein vom Magen her. Um auf Nummer Sicher zu gehen, fahre ich kurz vor Sonnenuntergang allein mit dem Auto nach Nykøbing zur Apotheke.

Mittlerweile ist es sehr windig geworden, aber die flache Landschaft schimmert wunderschön in rotgoldenen Farben und es liegt ein starker Salzgeruch in der Luft. Die Kombination aus Meeresbrise und Imodium Plus lässt mich den Abend erfreulich unbeschwert ausklingen.

Samstag, 22.03.2025

Kleine Planänderung: Statt nach Gedesby zu radeln, schlagen wir den Weg in Richtung Norden nach Nykøbing zum Museum Obscurum ein. Dort wollten wir sowieso in den nächsten Tagen hin, und da am Nachmittag starke Sturmböen und leichter Regen erwartet werden, wollen wir uns keine quälende Radtour bis in den Süden der Insel zumuten.

Das Museum Obscurum ist einzigartig und erzählt von einem angeblichen Biologen und Archäologen namens Cornelius S. C. Rödder. Dieser soll zu seinen Lebzeiten im 18. Jahrhundert unzählige kuriose Gegenstände, esoterische Artefakte und gruselige Zeichnungen sowie Skelette gesammelt und dokumentiert haben. Die gesamte Ausstellung steht im Zeichen des selbstbestimmten Nachdenkens, welches gerade in Zeiten von Fake News wichtig ist: „Lassen Sie sich verzaubern von Geschichten, Fabeltieren und fantastischen Erzählungen. Aber seien Sie kritisch, denn wer entscheidet, was Glaube oder Aberglaube ist?“

Eine große Auswahl an pseudo-magischen Objekten bildet den Auftakt: Tarotkarten, gelötete elektrische Verbindungen, gruselige Puppen in allen Größen, merkwürdige mechanische Uhren, historische Bücher und Anleitungen.

In einem dunklen Korridor befinden sich Werbeplakate von Grusel- und Horrorfilmen hinter düsteren Glasfassaden. Auf zahlreichen Monitoren laufen mysteriöse Bilder, etwa von Überwachungskameras, die paranormale Aktivitäten und angebliche Geistersichtungen zeigen.

Kurioserweise wird die Wirkung all dieser Medien schlicht mit dem Wort „uhygge“ zusammengefasst. Also auf Deutsch etwa „ungemütlich“ oder „unbehaglich“. Mir wird bewusst, dass das Wort „hygge“ wirklich ein intensives Gefühl der Zufriedenheit und inneren Ausgeglichenheit umschreibt – und „uhygge“ das Entsetzliche, Grauenvolle…


In einem großen Arbeitszimmer voller Bücherregale an den Wänden scheint es, als habe der selbsternannte Obskuritäten-Forscher Rödder seine intensiven Studien betrieben. Durch eine versteckte Wandtür gelangt man in ein Zimmer mit fremdartigen Gesichtsmasken, das durch einen roten Vorhang in diffuses Licht getaucht wird.

Je tiefer man ins Innere des Museums vordringt, desto absonderlicher werden die Exponate. Plötzlich stehe ich vor Skeletten von Werwölfen und Meermenschen, betrachte detaillierte Zeichnungen von Aliens – und gelange schließlich in eine niedrige Stube mit Pentagramm, Kerzen und einer Nebenkammer voller Hexenkräuter.

Spätestens jetzt wird beim genauen Hinsehen deutlich, dass viele Artefakte unglaubwürdig wirken. Auf einer Tafel mit Fotos und „historischen Dokumenten“ zu einer Hexenverfolgung steht sogar ein Hinweis (auf Dänisch), dass die gesamte Geschichte mithilfe künstlicher Intelligenz erschaffen wurde 😱…

Auch die Person Cornelius Rödder ist im Internet nirgendwo zu finden – wenn man einmal absieht von den Websites, die allesamt Bezug nehmen auf das Museum Obscurum. Es handelt sich wohl bei diesem „Forscher“ um eine Legende, dessen Portraitfoto womöglich der Fantasie eines Algorithmus‘ entsprang.

Nach einem leckeren Mittagessen im „The Burger“ (große Empfehlung!) wollen wir uns die Schlossruinen von Nykøbing ansehen. Laut Google Maps sind sie nur wenige hundert Meter vom Stadtzentrum entfernt. Doch als wir am Ziel stehen, zeigt sich, dass von der einst imposanten Befestigungsanlage nur noch ein winziges Stück Mauerwerk auf einem Grünstreifen erhalten ist. Irgendwie haben wir uns mehr erhofft 🤨…

Der Heimweg wird erwartungsgemäß anstrengend, denn wir haben starken Gegenwind (mit Böen bis zu 65 km/h !) und es nieselt. Ein Glück, dass zuhause ein kuscheliges Bett wartet, um sich einen weiteren Nachmittagsschlaf zu gönnen. Urlaub ist schon was Feines 😊.

Sonntag, 23.03.2025

Der Sturm hat etwas nachgelassen. Genau wie wir es uns erhofft haben. Bei leichtem Rückenwind fahren wir mit den Rädern nach Süden am Meer entlang Richtung Gedesby. Dabei genießen wir die idyllische Ruhe und stellen nach einer Stunde überrascht fest, dass wir schon zu weit gefahren sind, als der Weg endet und wir vor einem grasbewachsenen Deich stehen.

Wir drehen um und durchqueren den relativ unspektakulären Vorort „Gedesby Strand“. Ein paar Anwohner haben niedliche kurze Brücken über einen Graben gebaut, um schneller von ihrem Grundstück auf die Hauptstraße zu gelangen.

Als markante Sehenswürdigkeit wurde uns die historische Windmühle online empfohlen. Die ist – nun ja – ganz nett. Ein weißes Zelt links von der Mühle wirkt provisorisch, als ob vor Kurzem ein paar Feierlichkeiten stattgefunden hätten. Ein paar Meter daneben befindet sich ein Schuppen voller Spielzeug und Sammelsurien, leider verschlossen 😄. Abgesehen davon hat der Ort nicht wirklich was zu bieten.

Um auf der Rückfahrt nicht an Langeweile zu leiden, wählen wir eine Strecke westlich der Gedser Landstraße. So geht es für uns durch die Inselmitte, wo wir unterwegs an einer kleinen Kirche vorbeikommen. Auf den kleinen Nebenstraßen ist nicht viel los: In regelmäßigen Abständen wiehern Pferde, Kühe blöken und wir schnuppern eine köstliche Landluft 💩

Die Sonne steht hoch am Himmel, fast keine Wolken weit und breit zu sehen. Wir so: Machen wir doch einen Abstecher zum Aussichtspunkt zwischen Stavreby und Bruserup Strand. Ein perfekter Plan!

Mit Rückenwind und leicht bergab rollen wir ans dicht bewachsene Ufer, wo wir eine Mittagspause mit Banane, Schokolade und Tee machen. Spoiler: Der Tee fällt nicht gerade in die Tasse, sondern man muss den Becher schräg in den Wind halten.

Ein altes Fischerhaus und mehrere kleine Boot liegen entlang der Küste verstreut. Mit bloßem Auge kann man übers aufgewühlte Meer nach Lolland schauen und in der Ferne die Hafenanlagen von Nykøbing sehen.

Jetzt sind wir gestärkt und fahren zurück nach Hause. – Wir so: Kann es sein, dass wir den gleichen Weg zurück müssen, der vorhin bergab führte und wo wir noch Rückenwind hatten?

😶😶

Die letzten Kilometer werden allmählich zur Quälerei. Im ersten Gang auf dem Radweg neben den vorbeisausenden Autos zu kriechen macht irgendwann keinen Spaß mehr. Als wir endlich das Ferienhaus erreichen, sind wir stolz auf unsere Tour 💪 Mir fällt ein, dass hinter dem Haus eine Schaukel steht und ich gehe voller Vorfreude hinaus. Doch der dünne Plastiksitz ist nach meiner Einschätzung nicht für neunzig Kilogramm schwere Kinder höheren Alters geeignet 🤣…

Abends gehen wir zu Larsens Plads, wo Sören im Voraus einen Tisch gebucht hat. Das war eine gute Entscheidung: Es gibt ein großes Buffet zum sehr günstigen Preis (ca. 20 € pro Person), und das wissen auch die Einheimischen. Zum Glück hatten wir keine große Mahlzeit zum Mittagessen, denn die Auswahl ist verführerisch: Spare Ribs, Chicken Wings, Wedges, Kartoffeln, Tintenfischringe, Pizza – sowie das legendäre dänische Stegt Flæsk, frisch zubereitet 😋

Montag, 24.03.2025

Von Lolland / Falster nach Kopenhagen sind es etwa zwei Stunden Fahrt, wahlweise mit dem Auto oder mit der Bahn. Um Sprit und Kräfte zu sparen, parken wir am Bahnhof Nykøbing und steigen in den Schnellzug ein – auf dieser Direktverbindung müssen wir nicht umsteigen.

Fun Fact: Die Zugfahrkarten sind ziemlich günstig, wenn man im Voraus bucht. Teuer wird es nur, wenn man – so wie wir – beim Buchen den falschen Tag auswählt 🙈

Zum Glück war unsere Zugbegleiterin kulant, sodass wir nur die Rückfahrkarte neu kaufen mussten (wieder mit Zugbindung). Doch unser Abendessen zog sich in die Länge und wir kamen zu spät, sodass wir uns tatsächlich noch ein drittes Mal Tickets besorgten.

Wie sagt man so schön: Aller guten Dinge sind drei.

Kurz vor 13 Uhr steigen wir in Københavns Hovedbanegård (= Hauptbahnhof) aus und spazieren ohne konkretes Ziel durch die Innenstadt. Es geht vorbei am derzeit geschlossenen Tivoli-Freizeitpark und über eine Brücke zu einem kleinen Kanal, an dem zahlreiche Boote im Wasser liegen und als schwimmende Restaurants genutzt werden.

Sören schlägt vor, uns etwas abseits der größten Hauptstraßen zu halten. Eine gute Idee, denn so bekommen wir ein paar hübsche Läden und Ecken zu sehen, die nicht touristisch überlaufen sind. In einem niedlichen Geschäft für Kakaoprodukte und Konserven kaufe ich eine edle dunkle Schokolade mit Kakao aus Costa Rica und ein Glas Marmelade. Stolze Preise für sehr gute Qualität 🤑.

Plötzlich wehen lauter bunte Länderflaggen an den Hauswänden. Scheinbar sind wir in einem Botschaftsviertel gelandet. Uns überkommt allmählich der Hunger und so halten wir Ausschau nach einem außergewöhnlichen Plätzchen. In einer Seitenstraße finden wir ein dekoratives Thai-Restaurant, das (wie so viele Läden in Kopenhagen) im Souterrain liegt und zum Verweilen einlädt. Unser Fazit: Extrem lecker und wirklich gemütlich, dabei geht der Preis für ein Mittagsgericht völlig in Ordnung.

Gut gestärkt schlendern wir in Richtung Hafen, wo einige Marineschiffe vor Anker liegen. Eine dreiecksförmige Installation zieht uns in ihren Bann: „The Wave“ ist ein modernes Kunstwerk mit Licht- und Soundeffekten, durch das man hindurch schreiten und eine merkwürdige Stimmung erleben kann… Leider hat es beim Übertragen der Fotos und Videos ein Problem mit meiner Festplatte gegeben, sodass du wohl auf YouTube oder Social Media danach suchen musst, um es dir anzusehen. 😑

Weiter geht’s zum Schlosshof Amalienborg, dessen Gebäude um den kreisförmigen Platz herum errichtet sind. Die Königlich Dänische Leibgarde („Den Kongelige Livgarde“) schreitet ihre Wege entlang und die Männer sehen aus wie britische Soldaten mit schwarzen Bärenfellmützen auf dem Kopf. Gleich darauf statten wir der Frederiks Kirke einen kurzen Besuch ab und machen Fotos von der imposanten bunten Kuppel.

Es wird Nachmittag und wir spazieren zum „Kastell von Kopenhagen„: Eine historische Festung, welche auf einer kleinen Insel mit sternförmigem Graben errichtet wurde. Diese Zitadelle wird noch heute vom dänischen Militär genutzt, jedoch dürfen Touristen die Anlage sowie den angrenzenden öffentlichen Park kostenfrei betreten. Das Gelände wird auch gern von Jogger:innen umrundet, denen wir teilweise mehrfach begegneten. 🏃🏃‍♀️‍➡️🏃‍♂️

Vor der Kommandantur kann man historische Kanonen betrachten.

Zu Fuß vergeht der Tag schneller, als man denkt. Um alle Sehenswürdigkeiten von Kopenhagen zu erleben, bräuchte man vermutlich mindestens eine Woche – aber so viel Zeit haben wir nicht. So treten wir den Rückweg durch die Innenstadt an und passieren das Designmuseum, welches montags leider geschlossen hat. Eine halbe Stunde später erreichen wir das Schloss Christiansborg, den Sitz der dänischen Regierung, des Parlaments („Folketing“), des Hohen Gerichtshofs und der Königlichen Familie.

Für eine Führung ist es leider zu spät, deshalb begnügen wir uns damit, das Gelände zu begutachten und Fotos zu knipsen – die leider aufgrund des bereits genannten Übertragungsfehlers verloren sind. Auch vom futuristischen Maersk Tarnet, der zur Fakultät für Gesundheits- und Medizinische Wissenschaften der Universität Kopenhagen gehört, gibt es hier keine Aufnahmen. Aber mal unter uns, dieser Turm sieht von Nahem wesentlich unspektakulärer aus als auf den Großaufnahmen im Internet.

Die Nachmittagsstimmung am Ufer der drei Kopenhagener Seen ist für eine Landeshauptstadt wirklich ruhig und beschaulich. Hier wohnen die reichsten Dänen auf der anderen Seite des Flusses – historische Gebäude treffen auf modere Architektur.

Richtig schön ist es auch im Hafenbereich beim Lille Langebro, einer eleganten, geschwungenen Brücke aus Stahl mit schicker Holzoptik. Dort sind wieder viele Jogger unterwegs; ein paar Mutige springen von den Stegen ins kalte Hafenwasser.

Anstatt ins nahe gelegene, schwimmende Restaurant „Green Island CPH“ zu gehen, zieht es uns zu einer ganz besonderen Adresse: Dem Michelin-Stern-Restaurant „Marv og Ben“ ⭐. Dort erwartet uns ein Vier-Gänge-Menü mit selbst gebackenem Brot, Forellenrogen, Schweinefleisch mit Sellerie und Petersilie sowie zum Abschluss Schokolade mit schwarzem Johannisbeersorbet 😋 Die Speisen waren leider zu lecker und kamen nicht rechtzeitig vor die Linse – außerdem gibt es schon zu viele Food-Pics… Stattdessen gibt’s hier zum Abschluss des Kopenhagen-Trips noch eine Nachtaufnahme der Villa Copenhagen.

Dienstag, 25.02.2025

Lolland und Falster sind zwei benachbarte Inseln, die unter anderem in Nykøbing (siehe Beitrag vom Samstag) durch eine Brücke verbunden sind. Unser heutiges Ausflugsziel ist Kragenæs, eine gute Autostunde von unserem Ferienhaus entfernt. Wer genervt ist von hektischen deutschen Autobahnen, sollte sich die Fahrt nicht entgehen lassen: Auf dänischen Autobahnen gilt Tempolimit 130 km/h, manchmal auch weniger. Anstelle von hohen Leitplanken und dichter Bewaldung bietet sich beim Fahren ein malerischer Blick über das sattgrüne Flachland.

Die Skulpturen der „Dodekalitten“ sind ein Kunstwerk, welches noch im Entstehen begriffen ist: Aktuell befinden sich zehn aus Stein gehauene menschenartige Gesichter von sieben bis neun Metern Höhe kreisförmig angeordnet. Für zwei Steinblöcke wurden Lücken gelassen, diese werden voraussichtlich bis 2026 fertiggestellt. Als „Kunst zwischen Himmel und Meer“ betitelt, versetzen die in sich ruhenden Antlitze dank integrierter Lautsprecher die Besucher mit mystischen Klängen in eine fast andächtige Stimmung – bei hervorragender Sicht über offene Felder bis hinab zur Ostsee.

Der leichte Regen und ein steifer Wind erinnern uns daran, dass wir uns erst kurz nach Frühlingsbeginn in Dänemark befinden. So folgen wir dem kleinen Waldweg bis zur Hauptstraße und sehen, wie die Fähre im Hafen gerade vor uns davon fährt. Wir kaufen uns zwei Tickets für die nächste Fahrt nach Fejø mit einstündiger Wartezeit. Weil wir langsam Hunger bekommen, holen wir uns für jeden zwei Fransk Hotdogs auf die Faust – eine gute Stärkung zur rechten Zeit, bei der meine Kindheitserinnerungen an Dänemark-Urlaube mit meinen Eltern wach werden 🙂…

Mit frischer Energie spazieren wir ein bisschen im Marina Lystcamp umher, einem modernen Campingplatz für Wohnmobile mit idyllischem Hafen. Man merkt, dass die Vorsaison noch nicht richtig begonnen hat: Die hübsch dekorierte Rezeption liegt verlassen da, sämtliche Sanitärgebäude sind verschlossen – Sören und ich sind weit und breit die einzigen Touristen.

Achtung, Verwechslungsgefahr:

Fejø und Femø sind Nachbarinseln, aber es fahren unterschiedliche Fähren zu den beiden Zielen! Während Fejø bekannt für seine Apfelplantagen ist und eine bessere Infrastruktur aufweist, sind Naturliebhaber und Vogelbeobachter auf Femø genau richtig.

Übrigens: Die Femø Kvindelejr, ein Frauenfestival, wurde erstmals 1971 von dänischen Redstockings‑Feministinnen initiiert, als geschützter Raum zur politischen Diskussion und Stärkung von Frauen‑ und Lesbenbewegungen.

Nach einer 15-minütigen Fährüberfahrt betreten wir die Insel Fejø. Wir haben keine Fahrräder dabei und wollten das Auto nicht extra mitnehmen (teuer!), also gehen wir zu Fuß direkt nach Norden. Der Weg führt durch ein kleines Dorf, vorbei an landwirtschaftlichen Betrieben und einem Verkaufsstand, wo unter anderem Honig und kleine Apfelbäume angeboten werden – ja, im Ernst, komplette Bäumchen für lau 🤣.

Weiter geht es entlang des Wattenmeeres durch die unberührte Natur. Die bröckelige Straße wird schmaler und wir sind bald umgeben von schlammigem Boden, aus dem gelbe Grasbüschel wachsen. An einer sehr schmalen Stelle setzen wir über auf die Halbinsel Skalø. Unser Ziel: Der Naturhafen ganz im Westen, den Google Maps uns vorschlägt.

Was der digitale Helfer nicht ahnt: Das ganze Gelände befindet sich in Privatbesitz, sodass wir umkehren müssen.

Vor der Rückfahrt nach Lolland erleben wir ein kleines Spektakel im Hafen: Ein voll beladener LKW, der mutmaßlich Treibstoff in seinem Anhänger transportiert, versucht über eine kleine Rampe von der Fähre zu fahren. Dabei muss er einen ziemlich steilen Winkel überwinden, denn sein Fahrzeug liegt extrem tief. Der Fahrer muss mehrfach rangieren und mithilfe der Pneumatik die Höhe des Führerhauses und Anhängers ständig anpassen. Die Rampe besteht nur aus einzelnen Eisenplatten, welche beim ersten Versuch wegzurutschen drohen – doch mit tatkräftiger Hilfe des Fährpersonals gelingt das Manöver schließlich und wir können ablegen. (Aus Gründen des Respekts und um eurer Fantasie mehr Raum zu lassen, habe ich diesen Vorgang nicht gefilmt.)

Den Abend lassen wir ausklingen mit leckeren Nudeln und zwei weiteren Folgen Taskmaster.

Mittwoch, 26.03.2025

Einmal Lolland und zurück reicht uns nicht: Wir wollen noch die „Quasi-Hauptstadt“ der Insel besichtigen, welche sich Maribo nennt und mit knapp 6.000 Einwohnern eher dünn besiedelt ist. Schnell bemerken wir aber, dass die Innenstadt wenig spektakulär ist und besonders Ende März kaum auf Tourismus ausgelegt ist.

Dafür erstreckt sich ein großer Natursee namens Søndersø entlang der prachtvollen Domkirche und dem Campingplatz. Wir folgen dem Rundwanderweg, auf dem sich mehrere kleine Holzpforten befinden, damit die Tierwelt geschützt bleibt. In einem Vogel-Beobachtungs-Haus („Fugletaarn“) ruhen wir uns aus und schauen übers dicht bewachsene Ufer – doch ohne Feldstecher fallen uns keine besonderen Arten auf, abgesehen von ein paar hübschen Enten. 🦆

Bei strahlendem Sonnenschein und wenig Wind kommt die hygge Landschaft besonders gut zur Geltung. Doch irgendwann verlieren wir die Orientierung, welcher Trampelpfad denn nun der richtige ist. Mangels alternativer Wege oder Brücken drehen wir schließlich um und kehren zum Auto zurück.

Es gibt anscheinend keine besonders guten Restaurants in Maribo, wenn man etwas Ansehnlicheres als einen Imbiss möchte. Zum Glück sind Entfernung mit motorisiertem Vehikel kein Problem und so fahren wir gemächlich bis Nykøbing, wo wir ein weiteres Mal im „The Burger“ speisen.

Den Nachmittag verbringen Sören und ich individuell. Bevor es morgen früh zurück nach Dresden geht, möchte ich noch mit meinen Inline-Skates die Umgebung erkunden. Ich wähle eine Strecke, die beim örtlichen Bowling Center beginnt und sich entlang der Büros von Novasol sowie Sonne und Strand zieht.

Hätten wir das mal früher gewusst: An der dänischen Ostseeküste kann man sogar einen Helikopter-Rundflug machen! 🚁🤩

In Marielyst gibt es viele kleinere asphaltierte Straßen, die an zahlreichen modernen und schicken Ferienhäusern vorbei führen. Viele Immobilien sind verwinkelt und wahrscheinlich teilweise ganzjährig bewohnt, andere stehen derzeit noch leer und warten auf die Sommersaison (siehe Beispielfoto oben).

Nach etlichen Schlenkern und neugierigen Erkundungen führt die Straße noch einmal am „Haus Thalia“ vorbei, wo wir schon am ersten Abend vorbei kamen und wo früher viele Schauspieler ihren Urlaub verbracht haben.

Apropos Urlaub: Zum krönenden Abschluss unseres Dänemark-Trips 2025 haben wir abends den letzten Schluck Rotwein getrunken und das große Finale von „Taskmaster“ Staffel 13 geschaut 📺.

Fazit

Einmal Dänemark, immer Dänemark 😊 Ich kann gar nicht an zwei Händen abzählen, wie oft ich schon in unserem nördlichen Nachbarland war, und dennoch gibt es immer wieder etwas Neues zu entdecken. Vorher war ich fast nur im Sommer bzw. einmal im Winter zu Gast, doch der Frühling in Marielyst hat etwas besonders Reizvolles: Die Tage werden länger und dennoch hat man den Strand und die Natur fast für sich allein. Wer es beschaulich mag und vom stressigen Alltag abschalten möchte, ist auf Lolland und Falster genau richtig. Zum Baden ist es noch zu kühl, doch ein Besuch in der Landeshauptstadt Kopenhagen bietet Abwechslung und Sightseeing abseits des großen Gedränges. Ich werde wiederkommen. 👍

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