Aarhus, die zweitgrößte Stadt Dänemarks mit rund 300.000 Einwohner:innen, hat nicht nur optisch und kulinarisch einiges zu bieten. Alle zwei Jahre findet dort eines der größten Festivals der europäischen Chor- und Gesangs-Szene statt: Das Aarhus Vocal Festival, kurz AAVF. Meine erste Teilnahme an diesem ganz besonderen musikalischen Erlebnis kannst du in diesem Blogpost verfolgen.

TIPP: Solltest du dich fragen, was ein musiktheoretischer Exkurs in einem Reiseblog zu suchen hat – dann springe einfach zu Dienstag, 21.05.2024. Im Anschluss an das Vocal-Festival habe ich nämlich mit ein paar Freunden das Nationalmuseum "Den Gamle By" besucht, einen Abstecher zum Nationalpark "Mols Bjerge" bei Rønde gemacht und ein ganz besonderes Hafenbistro am Rande von Aarhus entdeckt...

Donnerstag, 16.05.2024

Meine Reise beginnt mit der Deutschen Bahn und da es bis nach Dänemark ziemlich weit ist, trete ich bereits um 07:30 Uhr am Dresdner Hauptbahnhof mit drei Freund:innen meine Reise an. Wir wollen am späten Nachmittag unser Ziel erreichen, um gemeinsam die abendliche Pre-Festival-Party zu erleben.

Die Zugfahrt mit dem ICE verläuft entspannt – bis wir kurz vor Hamburg plötzlich stehen bleiben. Ich habe sofort ein Déjà-Vu von meinem Januar-Urlaub in Esbjerg, als es ebenfalls irgendwo in Mecklenburg-Vorpommern zu Verzögerungen kam. Schließlich rollen wir für einen außerplanmäßigen Zwischenstopp in Brahlstorf ein und nutzen die Zeit, um ein kleines Outdoor-Selfie bei kräftigem Wind am Bahnsteig zu schießen.

Plötzlich ertönt eine Zugdurchsage: Streckensperrung, keine Weiterfahrt möglich. Wir trauen unseren Augen kaum, als wir auf dem Informationsmonitor sehen, wie es fast die ganze Strecke wieder zurück geht über Wittenberge und schließlich weiter nach Stendal, Salzwedel und Uelzen. So wächst die Verspätung auf sage und schreibe vier Stunden an – selbst für die DB ist das enorm. Um der schlechten Laune vorzubeugen, spielen wir ein paar Runden Wizard und ich hätte fast in Runde 13 von 15 gewonnen – aber eben leider nur fast 🤷… Um die Mittagszeit öffnet erfreulicherweise das Bordbistro. Zwei Hauptspeisen stehen zur Auswahl: Chili con Carne und Currywurst. Durchaus essbar, wenn man das Preis-Leistungs-Verhältnis außen vor lässt.

Unsere ersehnte Ankunft in Hamburg erfolgt schließlich gegen 16 Uhr. Wir kaufen schnell ein paar Lebensmittel ein und rennen dann zu Gleis 8, wo wir auf den Eurocity nach Dänemark warten. Dort steht bereits ein Zug, doch der sieht nicht besonders dänisch aus und die Anzeigetafel steht im Widerspruch zur Streckenanzeige am Wagen. Ringsumher tummeln sich verwirrte und genervte Passagiere. Nach wenigen Minuten fährt der Zug ab und die Anzeigetafel wird leer. Eine schwer zu verstehende Lautsprecherdurchsage verkündet – April, April – dass heute keine Züge mehr nach Dänemark fahren, da die Strecke in Richtung Norden komplett gesperrt sei.

An diesem Punkt kippt die Stimmung. Mangels Alternativen stellen meine Freunde und ich uns – gemeinsam mit etwa einhundert anderen Menschen – vor dem DB Reisezentrum an, um nach einer Alternative zu suchen. Es ist furchtbar heiß, wir sind durchgeschwitzt und müde, hinzu kommt langsam ein leichter Hunger. Die Bahnhofstoiletten scheinen zur Saunalandschaft umgebaut worden zu sein – keine Belüftung und gefühlt vierzig Grad…

Plötzlich gibt es eine positive Wendung: Wir stehen auf einer Taxi-Liste für die Weiterreise! Dafür scheint die Bahn genug Geld übrig zu haben. Immerhin. Keine Viertelstunde später verstauen wir unser Gepäck in einem Großraumtaxi, wo wir zu viert bequem Platz finden. Der Taxifahrer ist, diplomatisch gesagt, „echt krass“ drauf. Er telefoniert nonstop mit seinem Chef, füllt irgendwelche Zettel beim Fahren aus, wendet dann plötzlich scharf und lässt die Reifen fast am Bordstein platzen: Wir müssen nochmal zum Startpunkt am Hamburger Hauptbahnhof umkehren, damit er dort sein Taxameter starten kann. Zwischendurch plärrt sein Boss aus dem Handylautsprecher: „Bruder, du machst heute Umsatz von eine ganze Woche!“ Kann man sich nicht ausdenken 🙈. (Für alle Neugierigen: Die gesamte Fahrt kostet über siebenhundert Euro – zum Glück nicht aus unseren Taschen.)

Um das abenteuerliche Fahrverhalten besser zu ertragen, entwickeln wir individuelle Strategien. Ich hole meinen Laptop aus der Tasche, stecke mir In-Ears in die Ohren und setze mein vierstimmiges Arrangement von Honesty (Billy Joel) fort – quasi als Einstimmung für das bevorstehende Vocal-Festival. In Höhe von Flensburg fragt der Fahrer nervös in die Runde, ob das wohl mit der Fahrt über die Grenze alles klappen würde. Tut es in der Tat: Eine hübsche dänische Polizistin winkt uns kurz zu und lässt das Taxi kontrollfrei passieren 😊.

Die Sonne verschwindet allmählich hinter dem Horizont. Kurz vor 22 Uhr erreichen wir (endlich) den Bahnhof von Fredericia: Von hier aus müssen wir noch eine knappe Stunde bis Aarhus mit dem dänischen Schnellzug fahren. Der ist ziemlich voll, aber wir schaffen es, mitsamt unserem Gepäck einzusteigen. Mit einer Gesamtverspätung von fast sieben Stunden kommen wir zehn Minuten vor Mitternacht in Aarhus Central an: Geschafft 🎉!

Ans Partymachen ist allerdings nicht mehr zu denken, dafür sind wir viel zu k.o. So gehen wir einen kleinen Fußweg entlang durch die hübsche Stadt bis zu einem Kanal, an dem sich unsere Wege trennen. Meine Freunde checken direkt im Danhostel ein, ich laufe zum Cabinn weiter, wo ein sehr kleines Zimmer mit winzigem Bad auf mich wartet. Aber immerhin: Ziel erreicht! 💪

Freitag, 17.05.2024

Ausschlafen ist etwas Schönes, vor allem nach einem so strapaziösen Anreisetag. Der Morgen beginnt unkompliziert und stressfrei, denn das Aarhus Vocal Festival⠀beginnt erst um 14 Uhr. Wir finden uns gemeinsam mit zahlreichen Sänger:innen aus halb Europa im Foyer des Musikhuset Aarhus⠀ein, eines großen Konzert- und Kulturzentrums, wo in den kommenden Tagen dutzende Workshops und Coachings stattfinden werden. Beim Open Singing werden Liedblätter verteilt mit zwei eigenen Pop-Arrangements der Veranstalter.

Abends beginnen die Eröffnungskonzerte im Ridehuset, einem separaten Veranstaltungsraum, der im 19. Jahrhundert als Reithalle fungiert hat und während des Festivals als Speise- und Tanzsaal genutzt wird – mit einer großen Bühne für Ensembles und Chöre. Während die meisten Beiträge „a cappella“ vorgetragen werden (ohne Instrumente), werden wir zunächst von einer richtigen Band in Stimmung gebracht.

Allmählich erscheinen mehr und mehr frisch Angereiste, denn die Halle wird immer voller. Irgendwann ist es mir zu warm drinnen und ich gehe vor die Tür, um frische Luft zu schnappen. Ein paar Meter abseits steht ein guter Freund von mir, seines Zeichens Beatboxer und Fan des Barbershop-Genres. Er hat sich spontan mit drei Dän:innen, einem Finnen und einem (mir unbekannten) Deutschen zusammen getan und sie singen gemeinsam Tags – das sind kurze Melodien mit metaphorischen Texten und komplexer Harmonik, die einen sehr speziellen Sound haben. Richtig coole Sache 😎!

So vergehen die Stunden mit erfrischendem Gesang und angeregter Plauderei. Ehe ich mich’s versehe, ist es nach Mitternacht und wir spazieren ein Stück gemeinsam entlang des Kanals Aarhus Å. An einer gemütlichen Stelle mit markanten Treppenstufen bleiben wir zusammen stehen und plaudern mit einer finnischen Gruppe, die sich als Musta Lammas vorstellt. Was für ein gelungener Auftakt mit internationalem Get-To-Know. 🙃

Samstag, 18.05.2024

Der Vormittag beginnt für mich mit zwei Workshops, die vom schwedischen Sänger und Musikprofessor Peder Karlsson geleitet werden. Er ist ehemaliges Mitglied von The Real Group und doziert über das Thema „Songwriting for Vocal Groups“. Genau mein Ding, da ich selbst ab und zu für meine A-Cappella-Gruppe (die Roomies) Lieder arrangiere.

Fun Fact:

Eigentlich hatte ich geplant, einen Beatbox-Workshop zu besuchen, wo man lernt, mit seinem Mund ein Schlagzeug zu imitieren. Doch ich konnte beim besten Willen den Veranstaltungsraum nicht finden.

Später erzählte mir eine Mitsängerin, dass sie in eben diesem Workshop war – und der sei nicht besonders hilfreich oder spannend gewesen 😅.

Mittags um 12:55 Uhr wird es spannend, denn ich habe mit dem Jazzchor Dresden einen Auftritt im Ridehuset, wo es zuvor Mittagessen gab. Unser Publikum ist sehr überschaubar, aber total begeisterungsfähig: Alle rocken ordentlich ab, schon als wir zum Einsingen den Shortie No Rules von Windows 95 Man anstimmen – den finnischen Beitrag zum ESC 2024. Nach unserem erfolgreichen Mini-Konzert bleiben wir noch und hören den Musta Lammas zu, welche einen absoluten Spitzensound an den Tag legen 🤩.

Um 16:15 Uhr findet ein Gemeinschafts-Workshop mit den Hamburg Voices⠀unter Anleitung von Christian Fris-Ronsfeld statt. Plötzlich werde ich von einer Frau angesprochen, die sich als Alessandra vorstellt und mich als Mitsänger eines gemeinsamen Berliner Freundes erkannt hat (die Welt der Sänger:innen ist klein 😊).

Am frühen Abend gibt es eine Performance von den Choreos, die wie eine moderne Oper wirkt: Begleitet von einem Akkordeon tanzen 15 Darsteller:innen in weißen Gewändern mit einem großen weißen Tuch, das abwechselnd zu einem Boot geformt wird und dann zu einer Barriere. Es ist sehr modern und perfekt inszeniert, trifft aber leider überhaupt nicht meinen persönlichen Geschmack – die Darsteller:innen fallen nämlich oft am Ende eines Liedes einfach theatralisch um 🤔…

Anschließend singen die berühmten Swingles⠀und bringen wieder richtig gute Stimmung und neues Leben in den Laden. Aus Platzmangel sitze ich nicht bei meinen Dresdner Freunden, sondern neben einem Dänen (Malte), mit dem ich während der Pause ins Plaudern komme.

Spätabends ist Party hard angesagt. Mit Leuten vom Jazzchor der Uni Bonn und einer DJane, die bis nachts halb zwei ihre Platten auflegt – und dabei einige zerkratzte Exemplare erwischt, denn der Sound ist ziemlich verzerrt zwischendurch 🫠. Irgendwann so nachts um viertel drei meldet sich der kleine Hunger bei uns. Unser Chorleiter, zwei Mitsängerinnen und ich spazieren hinüber in einen Burgerladen und lassen es uns richtig gut schmecken (dänische Burger sind der Hammer, siehe auch hier und hier).

Sonntag, 19.05.2024

Complete Vocal Technique⠀in Action – so heißt der heutige Vormittags-Workshop mit Julia Zipprick aus Köln. Es geht um eine wichtige Wiederholung der gleichnamigen Gesangstechniken, welche theoretisch dazu befähigen, jeden erdenklichen Sound mit der eigenen Stimme hervorzubringen. Das sollte ich ab jetzt mal regelmäßig üben.

Quintense aus Leipzig…
… und Anders aus Freiburg

Die Mittagsportion ist diesmal ziemlich dürftig, aber der Salat schmeckt gut. Nur das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt nicht so ganz. Um 14 Uhr beginnt der in meinen Augen genialste Workshop des Festivals: „Simple to Complex Harmony“ von James Rose, dem Bariton von Accent. Anhand einer simplen Melodie zum Text „Every time I have to say goodbye, I die a little“ wird in acht Schritten ein komplexes Jazz-Pattern entwickelt. Vielen Besucher:innen ist es zu anspruchsvoll, aber es gibt auch einige Musiktheorie-Nerds wie mich, die mit Begeisterung dabei sind 🤓!

Die nachfolgende Session „Arranging by Ear“ ist leider sehr langweilig und rudimentär, darum gehe ich vorzeitig und schließe mich dem Jazzchor Dresden bei einem Gruppen-Coaching mit Peder Karlsson an. Eine goldrichtige Entscheidung: Er holte die volle Power aus uns raus. Außerdem höre ich ein richtig geiles Arrangement von „Can you feel the love tonight“ 🥰…

Nach dem Abendessen beginnt der absolute Festival-Höhepunkt im Musikhuset: KREADO, eine musikalische Inszenierung der Schöpfung eines Klang-Kosmos. Beginnend mit Dunkelheit und funkelnden Sternen, entwickeln sich mit einer A-Cappella-Adaption der Air von J. S. Bach (in F-Dur) allmählich Wasser und Himmel. Als eine goldene Sonnen-Corona projiziert wird, haben mein Freund Lukas und ich gleichzeitig die Inspiration von Saurons Auge. Die Reaktion unseres Hintermannes: „Zwei Dumme, ein Gedanke“ 😅.

Die zweite Konzerthälfte startet mit Body Percussion und lauten Trommeln sowie einer Cajon. Danach kommen immer mehr Ensembles auf die Bühne: Vocal Line, Musta Lammas⠀(auf den Emporen), die Swingles und mehrere afrikanische Solist:innen. Den krönenden Abschluss bilden alle gemeinsam mit dem Song „Ubuntu“ – das Publikum darf den Hit mitsingen, welcher sich bereits seit Langem im Repertoire des Jazzchor Dresden befindet und somit in unseren Reihen vierstimmig begleitet wird 🙃…

Erstmals erwartet uns bei der abendlichen Party im Ridehuset eine Live-Band mit Instrumenten. Meine Freunde und ich tanzen in erster Reihe; außerdem tummeln sich einige Choreos und Mitglieder vom Jazzchor der Uni Bonn herum. Und: Es gibt im Ridehuset das leckerste Pale Ale aller Zeiten, mit dem Titel „Alto IPA“ 😋🍺!

Es ist schon lange nach Mitternacht, als wir auf dem Weg zur Jugendherberge am Wasserkanal vertraute Stimmen hören. Die Musta Lammas sind wieder zugegen und haben guten Alk dabei 😅. Unser Chorleiter Michael freut sich über eine hochwertige gemeinsame „VoPa“-Session (das steht für Vocal Painting, eine Improvisationstechnik), denn endlich sind alle Sänger:innen mal „on point“ mit dabei.

Als die letzten Töne langsam verklingen, wird es bereits hell und so bin ich erst halb fünf zurück – wo sich in unserem Mehrpersonen-Schlafzimmer ein wahrhaft herrliches Schnarchkonzert mit 3D-Sound abspielt 🤣.

Montag, 20.05.2024

Nach dem gemeinsamen Frühstück im Danhostel⠀verabschieden wir uns von den meisten Jazzchoris, die mit dem Reisebus zurück nach Deutschland fahren. Nach unseren vielen großartigen Musik-Erlebnissen herrscht etwas sentimentale Stimmung 🥲.

Gemeinsam mit meinen Freunden Jenny, Mira, Judith und Tim spaziere ich zur großen Wiese vor dem Musikhuset, wo wir auf zwei Sänger:innen vom Jazzchor der Uni Bonn treffen und zusammen quatschen. Etwas später kommen noch Peder Karlsson und James Rose vorbei, deren Workshops ich während des Festivals besucht habe.

Apropos Festival: Das ist immer noch nicht ganz zu Ende. Um 11 Uhr versammeln wir uns zu einem Rückblick der Workshop-Dozenten auf die vergangenen Tage und anschließend gibt’s eine Feedback-Runde mit dem Publikum. Danach findet das letzte offene Singen für dieses Jahr statt. Sören und ich verziehen uns daraufhin zum Burger Shack, um unseren Hunger zu stillen.

Fun (or not so fun) Fact:

Erstaunlich viele Teilnehmer:innen äußern sich auf Nachfrage, was ihnen am Aarhus Vocal Festival gut oder weniger gut gefallen habe, über den sehr hohen Preis für das Festival-Ticket sowie das Essen. Die Argumente verdichten sich rasch zu einem philosophischen Exkurs über uns Privilegierte, die wir es uns leisten könnten, musikalisch unter uns zu sein – während viele ärmere Menschen keine Mittel dafür hätten, dem Zauber eines solchen Festivals beizuwohnen… Ob es da nicht möglich wäre, in Zukunft etwas zu ändern?

Bei allem Verständnis für die Hinweise auf Missstände bei der Vermögensverteilung hätte ich mir gewünscht, dass auch die hervorragenden Performances sowie die professionelle Organisation ein wenig gelobt worden wären. Das kam mir irgendwie zu kurz.

Am Nachmittag gibt es den allerletzten Festival-Beitrag in einem kleinen Raum im Musikhuset. Eine US-amerikanische Formation präsentiert uns fast eine Dreiviertelstunde lang improvisierte Klänge, Rhythmen und Tänze. Am Ende werden wir herzlich eingeladen, mitzutanzen und einander zu „begegnen“. Ich muss jedoch ganz schön gegen mein Mittagstief ankämpfen, zumal es heute relativ warm ist.

Der Hinterhof unserer Unterkunft…
…deren Name passend zum Festival umgestaltet wurde 😅

Nachdem nun also das AAVF wirklich vorbei ist (merkwürdiges Gefühl), suchen Sören und ich unsere neue Unterkunft für die nächsten drei Tage: Aarhus City Apartments. Auf dem Hinweg zu Fuß verlaufen wir uns zweimal, nicht zuletzt weil bei Google Maps eine falsche Adresse hinterlegt ist.

Abends verkosteten wir zum zweiten Mal in diesem Urlaub das leckere Street Food – Spoiler: es werden noch weitere Abendessen dort folgen. In der großen bunten Halle wimmelt es nämlich nur so von frisch zubereiteten, kulinarischen Delikatessen aus aller Herren Länder 😋…

Dienstag, 21.05.2024

Heute hat Sören Geburtstag – das hat er uns gestern bereits angekündigt. So singen wir standesgemäß ein „Happy Birthday“ direkt vor dem Dom zu Århus⠀🥳. Anschließend gehen wir zu einem Bäcker, wo es genial leckere Käsebrötchen und Cookies mit Schokolade und zarter Salzkruste gibt 😋.

Um die Mittagszeit spazieren wir zum Freiluftmuseum Den Gamle By, wo man eine Zeitreise durch die dänische Geschichte erleben kann – von historischen Gebäuden und Handwerksvorführungen bis hin zu lebendigen Einblicken in das Alltagsleben vergangener Jahrhunderte. Dort treffen wir auch Jenny und Mira und essen eine Kleinigkeit. Plötzlich fällt Sören völlig unerwartet ein, dass er heute noch gar nicht Geburtstag habe, sondern erst übermorgen 🤯🤣. Irgendwie witzig, dass auch niemand von uns das richtige Datum auf dem Schirm hatte.

Ein witziges Highlight erwartet uns kurz vor dem Ausgang: In einem nachgebauten Tonstudio läuft ein Karaoke-Track des dänischen Schlager-Hits Hjem Til Aarhus, zu dem das spontan neugegründete Duo Rikke og Mikke eifrig singt.

Abends treffen wir uns wieder beim Street Food Markt. Diesmal gönne ich mir zwei Mahlzeiten, weil der Hunger groß ist: Zuerst ein indisches Butter Chicken und danach einen Cheese Burger (der leider fast auseinander fällt – ich habe einfach kein Talent zum Burger-Essen).

Einmal in dick…
… einmal jemand anderes 🤣…
… und einmal im Traumformat

Später, als die Dämmerung hereinbricht, machen wir zu viert noch einen Verdauungsspaziergang durch Aarhus Ø, wo auf uns ein genialer Sonnenuntergang an der Ostsee wartet…

Mittwoch, 22.05.2024

Bei strahlendem Sonnenschein und neuem „Hitze-Rekord“ (22 Grad in Dänemark im Mai) fahren wir mit dem Bus zum Nationalpark Mols Bjerge bei Rønde. Sören und ich haben nur was Kleines vom Bäcker gesnackt und stellen bald fest, dass unser Proviant sehr karg ist.

Unsere Tour beginnt mit einer Wanderung entlang Schatten spendender Bäume, bis wir an einer kleinen Kirche mit altem Friedhof stoppen und den Ausblick übers Meer genießen. Zurück im Wald, wo es weit und breit keine Rast- oder Sitzgelegenheiten gibt, suchen wir uns einen formschönen, umgestürzten Baumstamm. Dort machen wir erst ein Selfie und anschließend gibt’s was zu futtern: Jenny & Mira haben vegane Muffins mitgebracht 🤩!

Um die Mittagszeit erreichen wir die Ostseeküste. In einem kleinen Hafen tobt mächtiger Wind, lässt die Fahnen knattern und zerzaust unsere Frisuren. Wir bewegen uns weiter in Richtung Landzunge, wo ich ein ziemlich großes Chicken-Baguette kaufe (dafür bin ich danach erstmal satt). Anschließend gehen wir bei leichtem Sandsturm über eine Landzunge zur alten Burgruine Kalø Slotsruin, von wo sich ein cooler Ausblick über die Ostseeküste bis nach Aarhus bietet.

Kalø Slotsruin im Weitwinkel…
… und von Nahem mit Aussichtsbalkon

Nach der Rückfahrt mit dem Bus legen wir eine kurze Verschnaufpause im City Hotel ein und laden die Handyakkus auf. Anschließend schnappe ich mir Badehose und Handtuch und laufe zum Strand Den Permanente, etwas nördlich von Aarhus gelegen. Die Wassertemperatur ist überraschend angenehm, wobei ich auch aufgeheizt bin vom Wandern. Etliche junge Menschen tummeln sich im flachen Wasser. Leider ist der Boden grob kieselig, denn der eigentliche Hauptstrand ist privat und abgesperrt…

Donnerstag, 23.05.2024

Wir schlafen gemütlich aus und beobachten beim Frühstück, wie die Sonne scheint. Gegen Mittag regnet es sich jedoch ziemlich ein – gehört wohl auch mal dazu. Sören empfiehlt mir, etwas abseits der großen Hauptstraßen nach einer Essensmöglichkeit Ausschau zu halten, weil es oft besondere und auch günstige Läden gäbe.

So schlendern wir heute zu einem Hafenbistro, unweit des modernen Architektur-Viertels Aarhus Ø. Dort gibt es leckeres dänisches Fleisch mit Kartoffeln und Kräutersauce – und in der Speisekarte findet sich tatsächlich ein „Görlitz“-Burger 😅. Ob der wohl typisch sächsisch sein soll?

Auf dem Rückweg fällt uns direkt die riesige AIDAbella im Hafen auf. Sie ist absolut nicht ansehnlich, passt null ins beschauliche Stadtbild und bestätigt mich einmal mehr, nie im Leben eine Kreuzfahrt mitzumachen. Als wir schließlich das City Hotel erreichen, chillen und dösen wir erstmal bis in den Nachmittag.

Abends treffen wir Jenny und Mira vor dem DOKK1, einer modernen Stadtbibliothek, die gleichzeitig als Bürgerbüro und Multimediazentrum dient und ein architektonisches Highlight markiert. Auf dem Außengelände erklimmen wir kurz den Volcano. Das ist eine abstrakte geometrische Form mit intensiver orangefarbener Bemalung, die Teil eines Spielplatzes für Jung und Alt ist. Leider entscheiden wir uns auch, die klatschnasse Rutsche herunter zu sausen – unangenehm, wie es die Vocal Group Anders formulieren würde 😉 (die haben beim AAVF den ersten Platz belegt).

Anschließend gehen wir weiter zum vegetarischen Restaurant Tipsy. Dort gibt es richtig geiles Essen mit selbstgemachten Pommes Frites, BBQ- und Sweet-Chili-Käse-Dips sowie einen super leckeren Burger mit Veggie-Chicken 😋. Dazu noch ein Aperol Spritz, perfekt.

Eine Besonderheit bietet das Tipsy: Hier gibt es nicht nur Speisen und Getränke, sondern auch Gesellschaftsspiele auf Dänisch und Englisch. Nach dem Dessert probieren wir ein Spiel im Stil von Cards against Humanity, bei dem man Handkarten mit fiktiven Ortsbewertungen bestimmten realen oder fiktiven Orten zuordnen muss.

Zum Abschluss des Tages schauen Sören und ich abends eine Taskmaster-Folge auf YouTube und verputzen die letzten Überreste unserer Süßigkeiten.

Fazit

Was für ein Kurzurlaub: In meinen Lieblingsland Dänemark ein riesiges Festival für mein Lieblingshobby, das Singen! Noch dazu mit meinen besten Freunden, die so wie ich gleich neue internationale Kontakte knüpfen konnten. Obendrein perfektes Wetter für Sightseeing, Wanderungen und laue Abende im Freien. Besser hätte es nicht sein können.

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