👁🗨 Auf einen Blick
| In diesem Beitrag erfährst du alles über meine zwei Kurzaufenthalte in Hongkong im Dezember 2017 und Januar 2018. Ich hatte jeweils einen Stopover auf dem Hin- und Rückflug nach bzw. von Neuseeland und konnte einige Sehenswürdigkeiten betrachten. Tauche ein in die dichte, smog- und salzhaltige Atmosphäre der Millionenmetropole am Südchinesischen Meer! 🏢🌊🌫️ |
Anreise über Hongkong
Sonntag, 10.12.2017
⛅ ca. 20°C
Nach monatelangen Vorbereitungen, Reiseplanungen, Flugbuchungen und dem Kauf wetterfester Kleidung ist es endlich soweit: Die große Urlaubsreise ans andere Ende der Erde geht los. Am zeitigen Morgen fliegen wir von Dresden nach Frankfurt und steigen um in eine Maschine der Cathay Pacific Airways. Wir haben Glück, denn noch hält sich der frühwinterliche Schneefall in Grenzen. Nur wenige Stunden später sah das schon ganz anders aus und wir hätten gar nicht erst abfliegen können!
Um nach Neuseeland zu gelangen, muss man mindestens einen Zwischenstopp einlegen. Die meisten Verbindungen führen über Singapur oder die USA, doch für uns geht es auf nordöstlicher Route nach Hongkong. Vor lauter Aufregung auf dem ersten Langstreckenflug meines Lebens bekomme ich kein Auge zu, obwohl wir entgegen der Erdrotation fliegen und uns dadurch eine frühe Nacht bevorsteht.

Nach mehreren Stunden in der Luft – wir sind mittlerweile irgendwo über China – schaue ich zufällig aus dem Fenster. Direkt unter mir befindet sich eine riesige, orange-leuchtende Stadt. Winzige Lichtpunkte bewegen sich im Schneckentempo über die haardünnen Straßen. Das Schauspiel erstreckt sich mehrere Minuten lang. Wenn man bedenkt, dass wir uns zehntausend Meter über dem Boden mit fast neunhundert Kilometern pro Stunde bewegen, bekommt man eine Ahnung davon, wie weitläufig diese Stadt sein muss.
Die Gesamtflugzeit beträgt ungefähr zwölf Stunden. Kurz nachdem wir in den Sinkflug übergehen, beginne ich plötzlich zu gähnen und meine Augenlider werden schwer. Ganz schlechtes Timing 😄. Um genau 06:50 Uhr Ortszeit landen wir bei Sonnenaufgang in Hongkong und schauen uns im Flughafen um. Der Anschlussflieger wird erst in gut acht Stunden starten, sodass wir genug Zeit haben, uns die Downtown von Hongkong in Ruhe anzusehen. Praktischerweise gibt es einen autonom fahrenden Shuttlezug („Airport Express“), welcher uns mit Hochgeschwindigkeit die 35 Kilometer bis zur Innenstadt („Hongkong Central“) bringt. Nach insgesamt drei Stationen steigen wir aus und müssen uns erstmal orientieren.
Während wir zum Ufer des Victoria Harbour gehen, sehen wir einen grauen Dunst über dem Wasser aufsteigen und denken sofort an Smog-Belastung. Doch der strenge Salzgeruch lässt eher darauf schließen, dass das Meerwasser in hoher Konzentration verdunstet. Der diesige Schleier scheint sich auch in meinem Kopf breit zu machen: Nach 19 Stunden auf den Beinen (bzw. sitzend, aber hellwach) kämpfe ich gegen einen heftigen Jetlag, obwohl der Tag gerade erst beginnt.

In der ganzen Downtown entdecken wir viel Weihnachtsdeko und eindeutig „westlich“ geschmückte Läden. Ein alberner Straßenmusiker spielt auf einem komischen Instrument, das an eine elektrische Geige erinnert und nur aus ein oder zwei Saiten besteht. Mit gekünsteltem Lächeln, das mich sofort an den Konsum von Substanzen denken lässt, fiedelt er „Jingle-Bells“ in einer grauenvollen Dauerschleife. Zum Glück können wir uns aus seinem akustischen Einzugsbereich entfernen und geraten nach wenigen hundert Metern an den Rand einer lauten Demonstration. Der Protest richtet sich gegen chinesische Repressionen, unter denen „Falun Gong“-Praktizierende zu leiden haben (leider handelt es sich bei Falun Gong um eine problematische Sekte, wie Jan Böhmermann in seiner Sendung ZDF Magazin Royal aufgedeckt hat). Die Demonstrierenden skandieren lautstark, schwenken Plakate und werden von einer kleinen Ansammlung uniformierter Polizisten beäugt, aber in Ruhe gelassen. Kaum zu glauben, dass nur zwei Jahre später diese Form von Protest in Hongkong nicht mehr möglich sein wird…



Auf unserer weiteren Erkundungstour laufen uns sportlich gekleidete Menschen über den Weg, die scheinbar einen Charity-Lauf absolvieren. Wir spazieren noch ein bisschen am Hafen entlang und finden schließlich den Victoria Park. Leider gibt es kaum Fußgänger-Überwege oder Ampeln, sodass wir es nicht bis zum Hongkong Park schaffen und dadurch auch unsere Chance verpassen, mit der berühmten Tram auf den Victoria Peak zu fahren – den Hausberg der Metropole. (Auf dem Stopover beim Rückflug Anfang Januar 2018 sind wir doch noch oben gewesen und es war ganz anders als erwartet. Wenn du wissen willst, was wir erlebt haben, scrolle ganz ans Ende dieses Blogbeitrags. 😉)


Bereits kurz nach 11 Uhr entschließen wir uns, zurück zum Flughafen zu fahren und eine Pizza zu essen. Nachdem wir erneut einchecken und uns mit Lesen und Dösen die Zeit vertreiben, steigen wir am späten Nachmittag endlich in die Boeing 777 von Cathay Pacific. Als die Maschine gegen 16 Uhr mit einer knappen Dreiviertelstunde Verspätung abhebt, ist die Sonne bereits untergegangen und mich überfällt ein tiefer Schlaf. Dadurch verpasse ich zwar das Abendbrot an Bord, doch ich habe ohnehin keinen Hunger. So wache ich erst am frühen Montagmorgen wieder auf, als wir bereits die Philippinen überquert haben und uns im Endanflug auf Auckland befinden.
Neuseeland-Urlaub
Wenn du lesen möchtest, wie ich Neuseeland im Frühsommer erlebt habe, schau dir einfach einen der folgenden Blogbeiträge an:
- Eine Woche Frühsommer in der Northland Region
- Mit dem Fahrrad von Auckland nach Wellington
- Mit dem Fahrrad von Picton nach Christchurch
Rückflug über Hong Kong
Samstag, 06.01.2018
🥶🍃 kühl und zwischendurch sehr stürmisch (17°C)
Unfassbar, wie schnell ein Monat am anderen Ende der Welt wieder rum ist! Ehe ich’s mich versehe, finde ich mich am frühen Morgen auf dem Christchurch International Airport wieder, um gegen 08:30 Uhr mit Cathay Pacific nach Hong Kong zu fliegen. Wie bei der Anreise nach Neuseeland wird der Stopover mehrere Stunden betragen, sodass meine (damalige) Freundin und ich genug Zeit haben, uns auf den Victoria Peak zu begeben – was uns mangels Orientierung auf dem ersten Zwischenstopp verwehrt blieb.
Nach ziemlich genau einem halben Flugtag landen wir um 15:30 Uhr (da wir uns mit der Sonne bewegt haben, beträgt die Zeitverschiebung fünf Stunden). Wie schon auf dem Hinflug fahren wir mit dem autonomen Airport Express nach Hongkong Central. Heute steuern wir direkt den Zugang zur „Peak Tram“ an, wo man mit einer alten Standseilbahn in wenigen Minuten auf den 552 Meter hohen Hausberg gelangt.
Bevor es für uns in luftige Höhen geht, ist aber erstmal Schlange stehen angesagt. Während wir uns zwischen zahllosen Touristen einreihen, wird es allmählich dunkel und auch ziemlich windig. Doof, dass wir nur dünne Jacken bei uns haben…
Als wir nach der kurzen Fahrt auf dem Victoria Peak aussteigen, werden wir augenblicklich von dichtem Nebel umschlungen. Sichtweite: Ungefähr zehn Meter, optimistisch gerechnet. Wir können absolut gar nichts sehen und sind ziemlich enttäuscht, denn Hongkong erstahlt bei Nacht für gewöhlich in einem Glitzermeer 😢… Während wir um die Wette frieren ob des Windes und der hohen Luftfeuchtigkeit, siegt unser Trotz und wir beschließen, dennoch oben zu bleiben und den ausgeschilderten Rundwanderweg zu bestreiten.
Der einfache, gepflasterte Panoramaweg (ca. 3,5 km) ringsum den Gipfel von Hong Kong Island bietet normalerweise spektakuläre Ausblicke auf die Skyline, den Hafen und die Inseln und dauert etwa eine Stunde. Unter den gegebenen Umständen gestaltet sich die Strecke jedoch sehr abenteuerlich und es wirkt ziemlich gruselig, wenn alle paar Meter eine Laterne aus der trüben Suppe auftaucht, um gleich hinter uns wieder im Dunst zu verschwinden 🫥…
Außer uns beiden ist niemand weit und breit zu sehen. Schon nach wenigen Minuten wissen wir absolut nicht, wo wir eigentlich sind. Zum Glück ist der Hauptweg gut gekennzeichnet, sodass wir letztlich nur den Markierungen folgen und hoffen, dass wir uns nicht im Halbdunkel verlaufen. Die Atmosphäre wird allmählich gespenstisch, denn hoch oben über der Stadt ist kein Lärm zu hören – nur einige nachtaktive Tierchen schwirren in der Umgebung herum.
Plötzlich schießt ein Jogger aus dem Nichts an uns vorbei und verschwindet, als ob er nie da gewesen wäre. Mein Blick auf die Uhr lässt meinen Puls beschleunigen: Unser Flieger geht in weniger als vier Stunden und ich habe keinen Schimmer, wo wir sind und wie lange wir zurück brauchen. Als hätte das Schicksal ein Erbarmen, erreichen wir tatsächlich wenige Minuten später unseren Startpunkt. Jetzt schnell die Tram abwärts nehmen und zurück zum Flughafen, um den Anschluss nach Frankfurt nicht zu verpassen!
Sonntag, 07.01.2018
🌨️🥶 frostiger Winter in Deutschland (brrr!)
Ende gut, alles gut. Unsere voll ausgebuchte Maschine hebt eine halbe Stunde nach Mitternacht ab. Es wird ein unspektakulärer Flug, auf dem es wieder die altbekannte Hühnersuppen-Flatrate gibt. Das bedeutet, man kann jederzeit in den vorderen bzw. hinteren Bereich des Flugzeugs gehen und sich eine Tütensuppe warm machen. Dementsprechend hängt nach kurzer Zeit ein ziemlich penetranter Geruch von Glutamat in der Luft.
Wir fliegen dieses Mal mit der Erddrehung und aufgrund des Winters auf der Nordhalbkugel ist es noch dunkel, als wir gegen 06:30 Uhr Ortszeit in Frankfurt (Main) landen. Im Sitzen schlafen macht in der Economy-Class auf Dauer wenig Freude, sodass ich müde und relativ erschöpft auf den Anschlussflug nach Dresden warte. Es wird allmählich hell und ich lenke mich von meinem Ruhebedürfnis ab, indem ich die Flugzeuge auf dem riesigen Gelände vom Frankfurt Airport betrachte (ein riesiger Airbus A380 thront direkt vor dem Terminalfenster in Parkposition).
Schließlich landen wir am frühen Nachmittag in Dresden und werden praktischerweise mit dem Autoservice abgeholt. Vor der Haustür angekommen, stelle ich leider schnell fest, dass der hiesige kalte Winter dem Gemüt nicht gerade gut tut… Auf der anderen Seite sind die Minusgrade mit Schnee und Eis wohl einfach das sichere Zeichen, dass auch ein Traumurlaub irgendwann einmal zu Ende ist 🤷.
